Öffnungszeiten
Dez., Jan.   8:00 - 16:00 Uhr
Nov., Febr. 8:00 - 17:00 Uhr
Okt., März  8:00 - 18:00 Uhr
Sept., April  8:00 - 19:00 Uhr
Mai-August  8:00 - 20:00 Uhr


Adresse
Chausseestraße 126
10115 Berlin


Anfahrt
U-Bahnhof Oranienburger Tor



Die Gründung des stets gemeinsam genutzten Friedhofs der Dorotheenstädtischen, und der mit dieser seit 1680 verbundenen Friedrichswerderschen Kirchengemeinde erfolgte um 1763. Damals stellte Friedrich II. ein Gelände vor dem Oranienburger Tor im Norden Berlins zur Verfügung, das als Ersatz für die innerhalb der Stadtmauern liegenden und weitgehend überfüllten Begräbnisplätze dienen sollte. 1770 erfolgte schließlich die erste Beisetzung.Unmittelbar neben der heute umgangssprachlich nur noch Dorotheenstädtischer Friedhof genannten Begräbnisstätte befindet sich der Friedhof I der Französisch-Reformierten Gemeinde, ein Friedhof der 1780 für die Berliner Hugenotten angelegt wurde. Diente der Dorotheenstädtische Friedhof in den ersten Jahrzehnten nach seiner Eröffnung vorrangig der ärmeren Bevölkerung als Begräbnisort, so änderte sich dies spätestens zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Denn im Einzugsgebiet beider Kirchengemeinden lagen die Wohnungen und Wirkungsstätten vieler Gelehrter, so die Akademie der Künste und der Wissenschaften, die Sing- und die Bauakademie, und seit 1810 die damals gegründete Berliner Universität.Entsprechend der Bedeutung der Bestatteten wurden viele Grabmale zunehmend von bekannten Künstlern entworfen. Somit hat sich bis heute ein reiches Erbe an kunst- und kulturgeschichtlichen Grabmal-Zeugnissen erhalten. Sie erinnern an bekannte Persönlichkeiten, wie die Philosophen Fichte und Hegel, an Künstler wie Schadow, Schinkel, Rauch oder Strack, gefolgt von Literaten, Komponisten und Schauspielern wie Bertolt Brecht, Heinrich Mann oder Anna Seghers, Hanns Eisler und Helene Weigel. Im 19. Jahrhundert erfolgten bauliche Erweiterungen der angrenzenden Hannoverschen Straße. Dabei wurden Teile des Friedhofsgeländes als Bauland veräußert, sodass es schon 1869 zu einer drastischen Einschränkung von Beisetzungen kam. Erst in den 1920er Jahren erfolgte eine Wiedereröffnung des Friedhofs. Hierbei kam es auch zu einer Beräumung von über 300 alten Grabstätten. 1928 wurde die Trauerkapelle errichtet, die seitdem das bauliche, aber auch das kirchliche Herz des Friedhofs darstellt.Nach der Wende 1989 ist der Friedhof 1993 unter Denkmalschutz gestellt worden. Die Berliner Gartendenkmalpflege, startete zugleich in jenen Jahren umfangreiche, oftmals von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin gestützte Förderprogramme, um diesen bau- und kunstgeschichtlich ungemein wichtigen Friedhof wieder umfassend zu sanieren und zu restaurieren.(Autor: Klaus-Henning von Krosigk)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Johann George Hossauer 1794 - 1874 • Goldschmied

Nr. 2
Georg Ludwig Hartig 1764 - 1837 • Forstmann, Forstwissenschaftler

Nr. 3
Johann Gottlieb Christian Cantian 1794 - 1866 • Steinmetz, Baurat

Nr. 4
Peter Christian Wilhelm Beuth 1781 - 1853 • Staatsbeamter, Gewerbepolitiker

Nr. 5
Johannes Rau 1931 - 2006 • Politiker, Staatsmann

Nr. 6
Gedenkstein für Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 - •

Nr. 7
Friedrich Eduard Hoffmann 1818 - 1900 • Baurat, Unternehmer

Nr. 8
Friedrich Christian Adolph von Motz 1830 - 1830 • Politiker, Finanzminister

Nr. 9
Johann Gottfried Schadow 1764 - 1850 • Bildhauer

Nr. 10
Johann Karl Friedrich August Borsig 1804 - 1854 • Industrieller

Nr. 11
Friedrich August Stüler 1800 - 1865 • Architekt

Nr. 12
Christian Daniel Rauch 1777 - 1857 • Bildhauer

Nr. 13
Bernhard Theodor Henry Minetti 1905 - 1998 • Schauspieler

Nr. 14
Karl Friedrich Schinkel 1781 - 1841 • Architekt, Maler

Nr. 15
Georg Friedrich Heinrich Hitzig 1811 - 1881 • Architekt

Nr. 16
Arnold Zweig 1887 - 1968 • Schriftsteller

Nr. 17
John Heartfield 1891 - 1968 • Politiker, Künstler

Nr. 18
Christa Wolf 1929 - 2011 • Schriftstellerin

Nr. 19
Johann Heinrich Strack 1805 - 1880 • Architekt

Nr. 20
Johann Gottlieb Fichte 1762 - 1814 • Philosoph

Nr. 21
Hanns Eisler 1898 - 1962 • Komponist

Nr. 22
Anna Seghers 1900 - 1983 • Schriftstellerin

Nr. 23
Heinrich Mann 1871 - 1950 • Schriftsteller

Nr. 24
Bertolt Brecht 1898 - 1956 • Dramatiker, Regisseur, Lyriker

Nr. 25
Maximilian Siegfried Borchardt 1815 - 1880 • Jurist

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