Öffnungszeiten
März bis Oktober 8.00 bis 20.00 Uhr
November bis Februar 8.00 bis 17.00 Uhr


Adresse
Prenzlauer Allee 1
10405 Berlin


Anfahrt
Tram M2 bis Prenzlauer Allee


  (030) 42200420


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Der Alte Friedhof der St. Marien- und St. Nicolaigemeinde ist bereits der fünfte Begräbnisplatz der beiden im Mittelalter gegründeten Kirchengemeinden. Nach Aufgabe und Überbauung der älteren Friedhöfe ist er ihr ältester erhaltener Gottesacker. Am Tag der Einweihung am 27. Juli 1802 fand traditionell eine Beisetzung statt. Der erste Bestattete war der Seifensieder Johann Friedrich Wach. Er dürfte ein typischer Vertreter der von Handwerkern und Kaufleuten bewohnten Altstadt gewesen sein. Ihre repräsentativen Erbbegräbnisse aus der Zeit nach 1812 lassen sich an der Ostmauer des Friedhofs finden. Die Stadtmauer wurde um den Begräbnisplatz herum geführt.
Nach einem Entwurf des Stadtbaurats Carl Ferdinand Langhans erfolgte 1814 eine erste Vergrößerung des Friedhofs. Auch die zweite von 1822 geht auf Entwürfe dieses Architekten zurück. Das zweite Angliederungsgelände lag westlich des Kerngebiets entlang der heutigen Prenzlauer Allee. Langhans entwarf eine frühe Version eines Parkfriedhofs mit einem regulären Wegesystem. Es entwickelte sich hieraus der Typus des Allee-Quartier-Friedhofs, der in Berlin seit 1826 üblich wurde. Die letzte Erweiterung erfolgte um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Oktober 1863 fand die Einweihung der gotisierenden Friedhofskapelle und der Leichenhalle statt. Nicht unüblich waren in der Folgezeit starke Abräumungen von abgelaufenen Grabstellen. 1877 wurden etwa 116 Grabstellen eingeebnet und die Grabzeichen beseitigt. Besonders betroffen waren hiervon gusseiserne Grabmale. Dass heute noch ein einmalig kostbarer Bestand an eisernen Malen vorhanden ist, verwundert, zumal auch nach 1900 über sechs Tonnen „Brucheisen“ abgefahren wurden.
1913 musste die Westmauer nach einer Straßenverbreiterung neu geschaffen werden. Das repräsentative Portal entwarf Max Hasak, das Giebelrelief „Lebensbogen des Menschen“ geht auf Ernst Wenck zurück. Das einst hübsche Verwalterhaus von 1909 verlor im Zweiten Weltkrieg sein geschweiftes Dach. 1970 wurde der Friedhof auf Weisung des Magistrats für Beisetzungen geschlossen. Nachbeisetzungen blieben jedoch möglich. 1995 wurde der Friedhofsbetrieb wieder regulär aufgenommen.
(Autor: Jörg Kuhn)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Gotthilf Benjamin Keibel 1770 - 1835 • Militär, Festungsbauingenieur

Nr. 2
Johann Samuel Rauch 1760 - 1832 • Bäckermeister

Nr. 3
Adelheid Goldschmidt 1808 - 1834 • Ehefrau und Mutter

Nr. 4
Carl Ritter 1779 - 1859 • Geograph, Hochschullehrer

Nr. 5
Amalie Mertens, geb. Lüdecke 1802 - 1840 • Ehefrau

Nr. 6
Sigismund David Moewes 1799 - 1841 • Brauereibesitzer, Destillateur

Nr. 7
Franz Daniel Friedrich Wadzeck 1762 - 1823 • Theologe, Pädagoge, Bibliothekar

Nr. 8
Gustav Rose 1798 - 1873 • Mineraloge, Hochschullehrer

Nr. 9
Christian Gottfried Ehrenberg 1795 - 1876 • Naturforscher, Hochschullehrer

Nr. 10
Karl Ludwig Friedrich von Hinckeldey 1805 - 1856 • Jurist, Politiker, Polizeipräsident von Berlin

Nr. 11
Johann Nikolaus Caspary 1758 - 1839 • Kaufmann, Weinhändler

Nr. 12
Robert Toberentz 1849 - 1895 • Bildhauer, Erzgießer, Professor

Nr. 13
Adolf Kux 1822 - 1885 • Ingenieur, Unternehmer, Fabrikdirektor

Nr. 14
Theodor Hildebrand 1791 - 1872 • Konditor, Unternehmer

Nr. 15
Franz Mett 1904 - 1944 • Bergmann, Metallarbeiter

Nr. 16
Wilhelm Spindler 1811 - 1873 • Seidenfärber, Unternehmer

Nr. 17
Christian Bernhard Rode 1725 - 1797 • Porträt- und Historienmaler, Radierer

Nr. 18
Friedrich (Fritz) Rudloff 1848 - 1908 • Unternehmer, Fabrikant

Nr. 19
Ludwig Jonas 1797 - 1859 • Theologe, Pfarrer

Nr. 20
Carl Friedrich Wilhelm Knoblauch 1793 - 1859 • Unternehmer, Kommunalpolitiker

Nr. 21
Carl Gottlieb Keibel 1763 - 1838 • Seidenbandfabrikant

Nr. 22
Friedrich Gottlieb von Halle 1780 - 1841 • Bankier

Nr. 23
Henriette Brose, geb. Fetschow 1786 - 1815 • Ehefrau

Nr. 24
Eduard Knoblauch 1801 - 1865 • Architekt, Königlicher Baurat, Stadtverordneter

Nr. 25
Heinrich Siegmund Blanckertz 1823 - 1908 • Maschinenkonstrukteur, Fabrikant

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