Öffnungszeiten
Januar+Dezember: täglich 8.00-16.00 Uhr Februar+November: täglich 8.00-17.00 Uhr März+Oktober: täglich 8.00-18.00 Uhr April+September: täglich 8.00-19.00 Uhr
Mai-August: täglich 8.00-20.00 Uhr


Adresse
Bergmannstraße 39-47 / Südstern 8-12
10961 Berlin


Anfahrt
U-Bahnhof Südstern (U 7)


  030/ 6916138


Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden an der Bergmannstraße vier Friedhöfe angelegt. Das hängige Gelände war ursprünglich als Weinberg, aber auch als Ackerland genutzt worden. 1825 wurde zuerst der Dreifaltigkeitsfriedhof eröffnet. 1831 folgte der Luisenstädtische Friedhof, der mit fast 90.000 Quadratmetern der größte historische Gemeindefriedhof Berlins ist. 1844 wurde mit dem Friedrichs-Werderschen Kirchhof der dritte Gottesacker an der Bergmannstraße eingeweiht. 1852 eröffnete zuletzt der Friedhof der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde, deren älteste Friedhöfe am Halleschen Tor liegen.

Die Anlagen aller vier Friedhöfe waren durch quadratische Grabfelder und kreuzförmig verlaufende und von Lindenalleen gesäumte Hauptwege gegliedert. Längs der Alleen sowie an den Außenrändern wurden bevorzugt größere Familiengrabstätten und Mausoleen angelegt, in den Grabfeldern dagegen vornehmlich Reihen- und Einzelgräber.

Der Luisenstädtische Friedhof erhielt zum Ende des 19. Jahrhunderts ein im Stil der märkischen Backsteingotik erbautes Verwalterhaus und 1908/09 die nach Plänen von Carl Köppen erbaute Trauerhalle mit vorgeblendeter ägyptisierender Tempelfassade. Bis heute zeichnet sich dieser Friedhof durch seine schönen, Schatten spendenden alten Lindenalleen, aber auch durch zahlreiche, künstlerisch wertvolle und prächtige Grabarchitekturen aus. Leider sind inzwischen viele der großartigen Wandgräber in einem bedenklichen Zustand.Der Friedrichs-Werdersche Kirchhof bekam 1875/76 seine ebenfalls unmittelbar an der Bergmannstraße liegende Friedhofskapelle, später ergänzt durch eine Leichenhalle und ein Verwalterhaus.

Der Friedhof der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde erhielt 1881 ein Verwalterhaus und 1891/92 eine eigene Friedhofskapelle mit offener Bogenhalle nach Plänen des Architekten Louis Arnd.

Alle vier Friedhöfe an der Bergmannstraße sind von hoher stadtgeschichtlicher, personal- und gemeindegeschichtlicher sowie von äußerster sepulkral- und kunsthistorischer Bedeutung. Die seit geraumer Zeit unternommenen Restaurierungsarbeiten können daher nur sehr begrüßt werden.

(Autor: Klaus-Henning von Krosigk)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Gustav Stresemann 1878 - 1929 • Politiker

Nr. 2
Wassili Luckhardt 1889 - 1972 • Architekt

Nr. 3
Erwin Reibedanz 1878 - 1919 •

Nr. 4
Hans Schröder 1897 - 1920 • Student

Nr. 5
Friedrich Martin Löblich 1808 - 1919 •

Nr. 6
Gustav Eltschig 1850 - 1903 • Textilfabrikant und Dampfwäschereibesitzer

Nr. 7
Hermann Stücklen 1853 - 1904 • Fabrikant

Nr. 8
Ludwig Ferdinand Sieg 1821 - 1887 • Rats-Zimmermeister

Nr. 9
August Friedrich Wilhelm Borchardt 1826 - 1896 • Unternehmer

Nr. 10
Friedrich Arthur Rohmer 1830 - 1898 • Ratsmaurermeister

Nr. 11
Georg Wolff 1845 - 1904 • Kaufmann

Nr. 12
Max Krause 1838 - 1913 • Papierwarenfabrikant

Nr. 13
Fritz Schaper 1841 - 1919 • Bildhauer, Medailleur

Nr. 14
Georg Fromberg 1854 - 1915 • Bankier und Kaufmann

Nr. 15
Ferdinand Ernst Schmidt 1823 - 1868 • Weinhändler, Hotelier

Nr. 16
Johann Friedrich Dieffenbach 1792 - 1847 • Mediziner

Nr. 17
Carl Georg Otto Spinn 1835 - 1893 • Fabrikant

Nr. 18
Eduard August Grell 1800 - 1886 • Komponist, Musikpädagoge

Nr. 19
Martin Carl Philipp Gropius 1824 - 1880 • Architekt

Nr. 21
Henrich (Heinrich) Steffens 1773 - 1845 • Naturphilosoph, Dichter

Nr. 22
Adolph von Menzel 1815 - 1905 • Maler, Graphiker

Nr. 23
Arthur Philipp Friedrich Wilhelm von Gwinner 1856 - 1931 • Bankier

Nr. 24
Georg Moritz von Oppenfeld (eigentl. Oppenheim) 1793 - 1861 • Bankier

Nr. 25
Georg Wertheim 1857 - 1939 • Kaufmann

Nr. 26
Mausoleum Familie Schultze-Zitelmann - •

Nr. 27
Marie Seebach 1829 - 1897 • Hofschauspielerin, Opernsängerin

Nr. 28
Christiane Charlotte Sophie Fürstin von der Osten-Sacken, verw. Gräfin Hoym, geb. Freiin von Dieskau 1733 - 1811 •

Nr. 29
Johann Ludwig Tieck 1773 - 1853 • Dichter

Nr. 30
Karl Lachmann 1793 - 1851 • Germanist

Nr. 31
Charlotte Sophie Juliane von Kalb 1761 - 1843 • Schriftstellerin

Nr. 32
Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher 1768 - 1834 • Theologe

Nr. 33
Karl Sigismund Franz Freiherr vom Stein zum Altenstein 1770 - 1840 • preußischer Minister

Nr. 34
Philipp Konrad Marheineke 1780 - 1846 • Prediger und Hochschullehrer

Nr. 35
Friedrich Wilhelm von Krause 1802 - 1877 • Unternehmer, Bankier und Gutsbesitzer

Nr. 36
Franz Bopp 1791 - 1867 • Sprachwissenschaftler, Sanskritforscher

Nr. 37
Theodor Mommsen 1817 - 1903 • Historiker

Nr. 38
Gertrud Gräfin von Pfeil, geb. Leo 1857 - 1891 •

Nr. 39
Carl Blechen 1798 - 1840 • Landschaftsmaler, Radierer, Lithograph

Nr. 40
Amalie Wolff 1780 - 1851 • Schauspielerin

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