Öffnungszeiten
Jan., Dez. 8:00 - 16:00 Uhr
Feb., Nov. 8:00 - 17:00 Uhr
März, Okt. 8:00 - 18:00 Uhr
April, Sept. 8:00 - 19:00 Uhr
Mai - Aug. .8:00 - 20:00 Uhr


Adresse
Mehringdamm 21
10961 Berlin


Anfahrt
U-Bhf. Mehringdamm



 Webseite

Vor dem Halleschen Tor kam es schon im frühen 18. Jahrhundert zur Anlage eines ersten Friedhofs außerhalb der Stadt. Es war dies der um 1735 angelegte Dreifaltigkeitsfriedhof I. Ihm sollten bald fünf weitere Begräbnisplätze folgen, nämlich die Friedhöfe I, II und III der Gemeinde Jerusalems- und Neue Kirche sowie der Böhmisch-Lutherische Friedhof der Bethlehemsgemeinde und der Friedhof der Brüdergemeine.
Der älteste der genannten sechs Friedhöfe, der Dreifaltigkeitsfriedhof I ist auch der älteste Friedhof Berlins, auf dem noch heute bestattet wird. Bereits 1755 wurde das Friedhofsgelände nach Süden ausgedehnt, 1798 erfolgte eine zweite Erweiterung, die den größten Teil des heute noch erhaltenen Dreifaltigkeitsfriedhofs ausmacht. 1816 wurde dieser Friedhof ein letztes Mal vergrößert, bevor die Gemeinde als erste 1825 an den Tempelhofer Berg, in die heutige Bergmannstraße in Berlin-Kreuzberg zog und dort einen weiteren Friedhof eröffnete.Entlang der Zossener Straße vor dem Halleschen Tor befindet sich der Friedhof Jerusalem I, der bereits 1796 durch den Friedhof Jerusalem II, nunmehr bis an die Baruther Straße reichend, erweitert wurde. 1819 erhielt dieses Friedhofsgelände seine letzte Erweiterung mit der Errichtung des großen Friedhofskomplexes, dem Friedhof III der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde.
Für die seit 1732 aus Böhmen einwandernden hussitischen Glaubensflüchtlinge, ließ Friedrich Wilhelm I. 1735-37 nicht nur eine eigene Kirche, die Bethlehemskirche, errichten, sondern vor dem Halleschen Tor auch einen eigenen Begräbnisplatz, den Böhmisch-Lutherischen Bethlehemsfriedhof anlegen. Zur Bethlehems- bzw. Böhmischen Gemeinde gehörte die „Brüdergemeine“, die sich mit ihren Bestattungsformen an den Herrenhutern orientierte. Aufgrund von Auseinandersetzungen innerhalb der Gemeinde kam es 1746 zu einer bis heute sichtbaren Trennung beider Begräbnisplätze, gleichwohl das Gelände in gemeinschaftlichem Besitz verblieb. Bei der Neuanlage der Blücherstraße nach dem Zweiten Weltkrieg 1967-71 wurde ein 33 Meter breiter Streifen dieses Friedhofs enteignet und überbaut. Heute erinnern an diesen Friedhof nur noch das erhaltene Eingangsportal von 1826 und die einheitlich geformten Kissensteine.
Positiv hingegen und sehr bemerkenswert ist die im Jahr 2013 eröffnete Dauerausstellung „Die Familie Mendelssohn und ihre Gräber vor dem Halleschen Tor“ in einer nicht mehr genutzten Friedhofskapelle zwischen den Friedhöfen Dreifaltigkeit I und Jerusalem III.
(Autor: Klaus-Henning von Krosigk)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Ernst Christian Friedrich Schering 1824 - 1889 • Apotheker, Unternehmer

Nr. 2
Friedrich Viktor von Friedländer-Fuld 1858 - 1917 • Großindustrieller

Nr. 3
Martin Eduard Sigismund von Simson 1810 - 1899 • Jurist, Hochschullehrer, Parlamentarier

Nr. 4
Theodor Döring 1803 - 1878 • Schauspieler

Nr. 5
Adelbert von Chamisso 1781 - 1838 • Dichter, Naturforscher

Nr. 6
Alfons Fischer - 1892 • Unternehmer

Nr. 7
Carl Tausig 1841 - 1871 • Pianist, Komponist

Nr. 8
Abraham Ernst Mendelssohn Bartholdy 1776 - 1835 • Bankier

Nr. 9
Jacob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy 1809 - 1847 • Komponist

Nr. 10
Fanny Caecilie Hensel, geb. Mendelssohn Bartholdy 1805 - 1847 • Komponistin, Pianistin

Nr. 11
Wilhelm Hensel 1794 - 1861 • Maler, Porträtist

Nr. 12
Rahel Varnhagen von Ense, geb. Levin 1771 - 1833 • Schriftstellerin, Salonière

Nr. 13
Ernst Heinrich Wilhelm von Stephan 1831 - 1897 • Generalpostmeister

Nr. 14
Paul Hermann Mendelssohn Bartholdy 1812 - 1874 • Bankier

Nr. 15
Ludwig Ferdinand Hesse 1795 - 1876 • Baumeister, Architekt

Nr. 16
Johann Carl Wilhelm Moehsen 1722 - 1795 • Medizinhistoriker, Arzt

Nr. 17
Julius Worpitzky 1835 - 1895 • Pädagoge, Mathematiker

Nr. 18
Else von Falckenberg, geb. Künitz 1880 - 1907 •

Nr. 19
David Gilly 1748 - 1808 • Architekt

Nr. 20
August Wilhelm Iffland 1759 - 1814 • Schauspieler, Theaterleiter

Nr. 21
Karl Wilhelm Leopold Bennewitz von Loefen 1826 - 1895 • Maler

Nr. 22
Johann Friedrich Ferdinand Fleck 1757 - 1801 • Schauspieler

Nr. 23
Carl Ferdinand von Graefe 1787 - 1840 • Mediziner

Nr. 24
Gregor Heinrich Albert Hofmann 1818 - 1880 • Verleger, Theaterleiter

Nr. 25
Franz Ephraim Eben 1727 - 1804 • Bildhauer

Nr. 26
Friedrich Wehling 1743 - 1809 • Königlich-preußischer Geheimer Oberfinanzrat

Nr. 27
Hans Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff 1699 - 1753 • Baumeister

Nr. 28
Johann August Wilhelm Neander 1789 - 1850 • Theologe, Historiker

Nr. 29
Hermann Blankenstein 1829 - 1910 • Architekt

Nr. 30
Franz Gustav Duncker 1822 - 1888 • Verleger, Politiker

Nr. 31
Carl Friedrich Christian Fasch 1736 - 1800 • Komponist, Musiker

Nr. 32
Friedrich Wilhelm von Lüderitz 1717 - 1785 • Offizier

Nr. 33
Justus Dietrich Schlechtendall 1744 - 1786 • Königlich-preußischer Hof- und Kammergerichtsrat

Nr. 34
Gottfried Fröhlich 1747 - 1816 • Fabrikant

Nr. 35
Wilhelm Mühlenhaupt 1907 - 1977 • Bildender Künstler

Nr. 36
Carl von Siemens 1829 - 1906 • Industrieller

Nr. 37
George Adolf Theodor Glaßbrenner 1810 - 1876 • Schriftsteller

Nr. 38
Ernst Theodor Amadeus (E.T.A.) Hoffmann 1776 - 1822 • Schriftsteller, Komponist

schließen