Öffnungszeiten
Sommer: täglich 8.00 Uhr-18.00 Uhr
Winter: täglich 9.00 Uhr-17.00 Uhr


Adresse
Liesenstraße 8
10115 Berlin


Anfahrt
U-Bahnhof Schwarzkopffstraße (U 6)


  030/ 2816856


Der Begräbnisplatz der Katholischen St. Hedwigs-Gemeinde wurde 1834 geweiht. Er löste den ersten Gemeindefriedhof am Oranienburger Tor ab, dessen Gelände im 20. Jahrhundert mit Mietshäusern bebaut wurde. Der Domfriedhof der St. Hedwigs-Gemeinde war der erste von später vier Friedhöfen an der Liesenstraße. Neben dem von St. Hedwig hatten die Französisch-Reformierte, die Dorotheenstädtische und die Evangelische Dom-Gemeinde hier ihre Begräbnisplätze.Bereits 1842 kaufte die St. Hedwigs-Gemeinde vom Gastwirt Liesen zwei weitere Grundstücke hinzu, um die Belegungsfläche des Domfriedhofs zu vergrößern. Der Friedhof hatte nun eine Größe von etwas über zwei Hektar. Seine Grenzen bildeten im Norden die Liesenstraße, im Osten die 1843 eröffnete Stettiner Eisenbahn sowie im Südwesten die Friedhöfe der Französisch-Reformierten Gemeinde und der Evangelischen Domgemeinde.In der Nordhälfte des dreieckigen Friedhofsgeländes der St. Hedwigs-Gemeinde wurde 1866/67 im Bereich der Hauptachse die St. Annen-Kapelle als Klinkerbau errichtet. Die Trauerkapelle mit dem der italienischen Renaissance nachempfundenen Schmuck aus Terrakottaformsteinen wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt und verfiel in den Folgejahrzehnten immer mehr. Ab 1987 konnte die St. Annen-Kapelle schrittweise originalgetreu wiederherstellt werden.Mit dem Mauerbau im Jahr 1961 wurde die Friedhofsgrenze an der Liesenstraße nicht nur zur Grenze zwischen den Bezirken Mitte und Wedding, sondern zu einer nur unter Todesgefahr zu überwindenden Staatsgrenze und musste um etwa 40 Meter zurückverlegt werden. Im Bereich des neu geschaffenen Todesstreifens wurde der ehemalige Haupteingang des St. Hedwigs-Friedhofs, einschließlich Klinkermauern, schmiedeeiserner Gitter sowie zahlreicher kunst- und kulturgeschichtlich wertvoller Erbbegräbnisse eingeebnet. Nur ganz wenige historische Grabzeichen wurden geborgen und versetzt. 1967 wurde beim Bau der sogenannten Hinterlandmauer ein weiterer Teil des Friedhofs beräumt, so dass am Ende nur noch ein kläglicher Rest von 1,37 Hektar Friedhofsgelände übrig blieb. Weitere Abräumungen von Grabstellen fanden 1984/85 statt. Allgemein zugänglich war der Friedhof wieder seit April 1986.Mit der Wende 1989 bemühte sich die Gemeinde um die Rückübertragung verloren gegangenen Friedhofsgeländes. Leider waren die ersten Nach-Wende-Jahre durch erheblichen Vandalismus und Diebstahl wertvoller Grabmalplastiken gekennzeichnet. Erst mit der Wiederherstellung der Einfriedungsmauer an der Liesenstraße und der Errichtung einer provisorischen Abgrenzung entlang der ebenerdigen Außenmauer zum Bahngelände konnte wieder eine nächtliche Schließung des Friedhofs erfolgen und diesem unheilvollen Treiben Einhalt geboten werden.(Autor: Klaus-Henning von Krosigk)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Wilhelmine Gräfin von Lichtenau, geb. Enke 1753 - 1820 •

Nr. 2
Athanasius Graf von Raczynski 1788 - 1874 • Diplomat und Kunstsammler

Nr. 3
James Cloppenburg 1877 - 1926 • Unternehmer

Nr. 4
Lorenz Adlon 1849 - 1921 • Gastronom und Hotelier

Nr. 5
Emil Russell 1835 - 1907 • Bürgermeister und Großbankier

Nr. 6
Carl Joseph Begas d.Ä. 1794 - 1854 • Maler

Nr. 7
Peter von Cornelius 1783 - 1867 • Kunstmaler

Nr. 8
Joseph Hermann Schmidt 1804 - 1852 • Arzt, Universitätsprofessor

Nr. 9
Carl Gustav Julius (Jules) Brunfaut 1878 - 1928 • Kaufmann und Koch

Nr. 10
Carl Flohr 1850 - 1927 • Ingenieur

Nr. 11
Franz Anton Jakob Egells 1788 - 1854 • Unternehmer

Nr. 12
Anna (Pauline) Milder-Hauptmann 1785 - 1838 • Opernsängerin

Nr. 13
Matthias Carl Schilling 1851 - 1909 • Königlicher Hofsteinmetzmeister

Nr. 14
Maximiliane Gräfin von Oriola 1818 - 1894 • Salonière

Nr. 15
Herbert Kappel 1879 - 1915 • Offizier

Nr. 16
Johann Georg Patzenhofer 1815 - 1873 • Begründer der Patzenhofer Brauerei

Nr. 17
Augustus von Cabrera 1855 - 1914 • Kammerherr und Königlicher Zeremonienmeister

Nr. 18
Dr. Carl Sonnenschein 1876 - 1929 • Theologe

Nr. 19
Ernst Thrasolt 1878 - 1945 • Katholischer Priester und Dichter

Nr. 20
Georg Soenderop 1854 - 1909 • Bauunternehmer

Nr. 21
Josef Limburg 1874 - 1955 • Bildhauer

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