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Täglich 08.00 Uhr Öffnung
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Adresse
Friedhofstraße 51
28213 Bremen


Anfahrt
Straßenbahnlinien 4 oder 5 bis Friedhofstraße, Haupteingang
Straßenbahnlinie 6 bis Riensberg, Eingang am Kolumbarium


  0421 / 361-2059


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In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es auf den vorhandenen Bremer Friedhöfen zu Platzproblemen. Hintergrund war die rasante Bevölkerungszunahme bei gleichzeitiger Ausdehnung der Innenstadtgrenzen. Um hier Abhilfe zu schaffen, wurden im Mai 1875 zwei neue Friedhöfe in den Bremer Stadtteilen Walle und Schwachhausen eröffnet. Beide gelten als Prototypen einer neuen landschaftlichen Friedhofsgestaltung, die sich aus den Ideen der englischen Landschaftsgartenkunst und der amerikanischen Parkfriedhofsbewegung entwickelt hatte.Den Zuschlag beim Wettbewerb um die Gestaltung und Ausführung der neuen Bremer Friedhofsanlagen bekam der Aachener Gartenkünstler Carl Jancke (1812-1898). Das Motto seines Entwurfs hatte die Juroren überzeugt. „Der Friedhof soll in uns kein Gefühl des Grauens vor dem Tode erzeugen“, hatte Jancke geschrieben, „sondern in sinniger Verbindung mit anmuthigen Naturgegenständen uns aussöhnen mit unserem Schicksal und neue Hoffnungen in uns wecken.“Die Arbeiten für den Riensberger Friedhof im Bremer Stadtteil Schwachhausenbegannen im Herbst 1872: viele hundert Arbeiter legten den See an, schufen die neue Geländemodellierung, bauten Wege, legten weite Rasenflächen und Beete an und nahmen die Anpflanzungen vor. Am Ende hatten sie über 300.000 Kubikmeter Erde bewegt.Die stattlichen Backsteinbauten im neugotischen Stil, das Aufseherwohnhaus, die Friedhofskapelle und das Leichenhaus wurden nach den Plänen von Bauinspektor Johannes Rippe ausgeführt. Bei seiner Eröffnung präsentierte sich der Friedhof als eine der frühesten deutschen Anlagen im sogenannten „gemischten“ Stil. Dieser zeichnet sich durch die Kombination formaler, architektonisch geprägter Bereiche mit landschaftlich gestalteten Partien aus.Der architektonisch gestaltete Bereich des Riensberger Friedhofs verläuft vom Friedhofseingang mit der Kapelle bis zum bogenförmigen Abschluss in der Nordostspitze. Der ganze westliche Friedhofsteil ist landschaftlich gestaltet. Dabei werden Rasenflächen durch ein schwungvoll geführtes Wegenetz und durch alte schöne Einzelbäume sowie hainartige Eichengruppen in individuell geformte Begräbnisflächen gegliedert.„Der Riensberger Friedhof ist ein Park“, schrieb ein Journalist Ende der 1960er Jahre. „Bäume und Kräuter, Stauden, Gräser und Büsche aus aller Herren Länder wachsen hier, Blumen aus allen Teilen der Welt, um die Vergangenen mit den Gegenwärtigen zu verbinden, um die zu ehren, derer zu gedenken, die nicht mehr von Bremerhaven aus über die Meere fahren können in aller Herren Länder, die nicht mehr über die Contrescarpe gehen, wintertags nicht mehr Schlittschuh laufen nach Bargschütt hinaus oder nach Neukamerun, Semkenfahrt oder Neuhelgoland.“
(Autorin: Gerda Engelbracht)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Hermann Henrich Meier 809 - 1898 • Kaufmann, Reeder

Nr. 2
Heinrich Wilhelm Matthias Olbers 758 - 1840 • Arzt, Astronom

Nr. 3
Johann Höpken 1801 - 1877 • Kaufmann, Reeder

Nr. 4
Ottilie Hoffmann 1835 - 1925 • Pädagogin, Frauenpolitikerin

Nr. 5
Harry Maxim Frohmann (Frommermann) 1906 - 1975 • Musiker, Gründer Comedian Harmonists

Nr. 6
Karl Carstens 914 - 1992 • Jurist, Bundespräsident

Nr. 7
Clifford Holmead Phillips 1889 - 1975 • Maler

Nr. 8
Gustav Pauli 1866 - 1938 • Direktor Kunsthalle Bremen

Nr. 9
Johann Smidt 1773 - 1857 • Bürgermeister

Nr. 10
Arthur Fitger 1840 - 1909 • Maler, Dichter

Nr. 11
Wilhelm Kaisen 1887 - 1979 • Senator, Bürgermeister

Nr. 12
Henrich Focke 1890 - 1979 • Ingenieur, Flugpionier

Nr. 13
Franz Ernst Schütte 1836 - 1911 • Kaufmann

Nr. 14
Johann Jacobs 1869 - 1958 • Kaufmann (Jacobs-Kaffee)

Nr. 15
Georg Ferdinand Duckwitz 1904 - 1973 • Diplomat

Nr. 16
Eduard Schopf 1893 - 1935 • Kaufmann, Unternehmer

Nr. 17
Hans Theodor Schmiedell 1905 - 1923 • Kaufmann

Nr. 18
Oldtmann Johann Dietrich Ahlers 1848 - 1910 • Direktor

Nr. 19
Alfred Frederik Lohmann 1870 - 1919 • Kaufmann

Nr. 20
Lüder Rutenberg 1816 - 1890 • Architekt

Nr. 21
Krematorium / Kolumbarium - •

Nr. 22
Christian Hinrich Frischen 1866 - 1935 • Pädagoge

Nr. 23
Paul Isenberg 1837 - 1903 • Zuckerfabrikant

Nr. 24
Ludwig Franzius 1832 - 1903 • Wasserbauingenieur

Nr. 25
Cornelius Edzard 1898 - 1962 • Flugpionier, Atlantikflieger, Flughafendirektor

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