Öffnungszeiten
März-Okt.  7:30 - 20:00 Uhr
Nov.-Febr. 8:00 - 17:00 Uhr
Allerheiligen, Allerseelen und Totensonntag bis 19:00 Uhr


Adresse
Bornheimer Straße
53113 Bonn


Anfahrt
Von Bonn Hauptbahnhof ca. 800 m Fußweg (10 Minuten)



 Webseite

Der Alte Friedhof bildet mit seinem dichten Baumbestand eine der wenigen grünen Inseln der Innenstadt. Schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ist er ein Ziel von Gästen aus aller Welt, die seine viel gepriesene „Schönheit und Anmuth“ besichtigen möchten.Doch die Anfänge dieses heute so berühmten Friedhofs sind äußerst bescheiden: Um 1715 wurde er vor den Toren der Stadt als Begräbnisplatz „vor gemeine Einwöhner, Paßanten und Soldaten“ angelegt. Viele Jahre reichte das kleine, dreieckige Areal als Begräbnisfläche aus, denn die Bonner Bürgerschaft hatte zunächst noch Vorbehalte gegen den schlichten Totenacker. Das isoliert gelegene Gelände mit schlechten Zugangswegen hatte keine Einfriedung. Daher beschwerten sich die Angehörigen nach den ersten Beerdigungen, dass „die Ziegen über die Gräber springen“. Zudem fehlte dem damals neuen Friedhof für lange Zeit eine eigene Kapelle.Mit der Schließung der innerstädtischen Kirchhöfe 1787 wurde der „Friedhof vor dem Sterntore“ zum alleinigen, zentralen Begräbnisplatz Bonns bestimmt. Seine Entwicklung vom ehemals Arme-Leute- und Soldatenfriedhof hin zum renommierten Begräbnisplatz vollzog sich zunächst langsam, nach der ersten Friedhofserweiterung 1819 rasant. Einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung zur Ruhestätte bedeutender Persönlichkeiten hatte die Gründung der preußischen Universität in Bonn am 18. Oktober 1818. Ihrem Ruf folgten zahlreiche Professoren, die sich eine repräsentative Ausgestaltung ihrer Familiengrabstätten wünschten. Somit spiegeln die Grabmale des Friedhofs auch die Entwicklung Bonns von der kurfürstlichen Residenz bis hin zur bildungsbürgerlich geprägten Stadt wider. Nachdem sämtliche Möglichkeiten zur Erweiterung des Friedhofs ausgeschöpft waren, musste er 1884 geschlossen werden. 100 Jahre später, 1984, wurde er unter Denkmalschutz gestellt. Heute ist eine Bestattung nur noch möglich für Inhaber des Nutzungsrechts an einem schon bestehenden Familiengrab, für Bonner Ehrenbürger und für Grabpaten, welche die Patenschaft für ein verwaistes Grab übernehmen. Da der „Zahn der Zeit“ an zahlreichen Gittern und Grabmalen nagt, ist die Patenschaftsübernahme eine Chance, den zunehmenden Verfall aufzuhalten. Die 1975 gegründete „Gesellschaft der Freunde und Förderer des Alten Friedhofs in Bonn e.V.“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit Restaurierungsmaßnahmen zur Erhaltung des Alten Friedhofs beizutragen, damit auch künftige Generationen die „Schönheit und Anmuth“ dieses besonderen Ortes genießen können.
(Autorin: Erika Zander)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Feckenkreuz - •

Nr. 2
August Wilhelm von Schlegel 1767 - 1845 • Philosophieprofessor, Literaturhistoriker, Übersetzer, Schriftsteller, Mitbegründer der deutschen Fr

Nr. 3
Franz Xaverius Ries 1755 - 1846 • Geiger, Konzertmeister

Nr. 3
Friedrich Wilhelm August Argelander 1799 - 1875 • Astronom

Nr. 4
Barthold Georg Niebuhr 1776 - 1831 • Historiker

Nr. 5
Maria Magdalena Beethoven 1746 - 1787 • Mutter Ludwig van Beethovens

Nr. 6
Charlotte von Schiller 1766 - 1826 • Ehefrau Friedrich von Schillers

Nr. 7
Adele Schopenhauer 1797 - 1849 • Schriftstellerin, Künstlerin

Nr. 8
Familie Heidel - • Unternehmer

Nr. 9
Christian Friedrich Nasse 1778 - 1851 • Arzt, Psychiater

Nr. 10
Clemens von Droste-Hülshoff 1793 - 1832 • Juraprofessor

Nr. 11
Joséphine Freifrau von Boeselager 1803 - 1834 •

Nr. 12
Ernst Moritz Arndt 1769 - 1860 • Historiker, Schriftsteller

Nr. 13
Johann Baptist Baltzer 1803 - 1871 • Theologieprofessor

Nr. 14
Hermann Bleibtreu 1821 - 1881 • Gründer der deutschen Zementindustrie

Nr. 15
Karl Simrock 1802 - 1876 • Germanist, Schriftsteller, Dichter der Rheinromantik

Nr. 16
Johann Jakob Noeggerath 1788 - 1877 • Mineraloge, Geologe

Nr. 17
Hermann Jakob Doetsch 1831 - 1895 • Oberbürgermeister der Stadt Bonn

Nr. 18
Kriegerdenkmal - •

Nr. 19
Mathilde Wesendonck 1828 - 1902 • Schriftstellerin, Muse von Richard Wagner

Nr. 20
William Keogh 1817 - 1878 • Friedensrichter

Nr. 21
Joseph Claudius Rougemont 1756 - 1818 • Mediziner

Nr. 22
August Macke 1887 - 1914 • Maler

Nr. 23
Robert Schumann 1810 - 1856 • Komponist

Nr. 24
Ludwig Schopen 1799 - 1867 • Altphilologe, Gymnasialdirektor

Nr. 25
James Murray Anderson 1800 - 1862 • Pfarrer

Nr. 26
Wilhelmine Ritter 1834 - 1870 • Lehrerin

Nr. 27
Johanniskreuz - •

Nr. 28
Julius Plücker 1801 - 1868 • Mathematik- und Physikprofessor

Nr. 29
Daniel Eugen Ott - 1865 • Koch

Nr. 30
Mildred Scheel 1932 - 1985 • Ärztin

Nr. 31
Friedrich Christoph Dahlmann 1785 - 1860 • Historiker

Nr. 33
Friedhofskapelle - •

Nr. 34
Sir Dietrich Brandis 1824 - 1907 • Botaniker, Generalforstinspektor

Nr. 35
Hermann Schaaffhausen 1816 - 1893 • Anthropologe

Nr. 36
Melchior Boisserée 1786 - 1851 • Kunstsammler

Nr. 37
Leopold Kaufmann 1821 - 1898 • Oberbürgermeister

Nr. 38
Carl Pontus Wilhelm von Lilljehorn 1758 - 1820 • Offizier

Nr. 39
Philipp Joseph von Rehfues 1779 - 1843 • Kreisdirektor, Mitbegründer der Bonner Universität

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