Öffnungszeiten
Sommerzeit 7:00 - 20:00 Uhr
Winterzeit 8:00 - 17:00 Uhr
Die Schließung erfolgt aus Gründen der Verkehrssicherheit jedoch spätestens bei Einbruch der Abenddämmerung


Adresse
Erlanger Straße 42
95444 Bayreuth


Anfahrt
Fußweg vom Bahnhof Bayreuth: 17 Minuten



Der Bayreuther Stadtfriedhof ist der größte und älteste Begräbnisplatz der Stadt. 1545 nahe dem Mistelbach angelegt, wird der Friedhof heute von der Carl-Burger-Straße, der Scheffelstraße und der Erlanger Straße umfasst. Der älteste Friedhofsteil entstand um eine Heilig-Grab-Kapelle und einen Bildstock. 1558 erhielt der Friedhof eine neue Kapelle. Über die erste Einfassung des Friedhofs liegen kaum Nachrichten vor. Die heute vorhandenen Sandsteinmauern dürften aus dem 18. Jahrhundert stammen. Sie sind bis ins 20. Jahrhundert hinein immer wieder ergänzt und erneuert worden.Gegen Ende des 17. Jahrhunderts entstanden die ersten Grufthäuser. Die Mehrzahl dieser luxuriösen Bauwerke ist dann im 18. Jahrhundert ausgeführt worden. An den Mauern wurden zudem Epitaphe angebracht, deren zugehörige Grüfte zumeist unmittelbar davor liegen. Von der damaligen Bepflanzung des Friedhofs zeugen noch einige Baumveteranen, wie die Stieleiche hinter dem Grab der Familie Wagner. Die alte Friedhofskapelle musste 1779 abgebrochen werden. Die neue Gottesackerkirche wurde am Himmelfahrtstag 1781 eingeweiht. Sie diente auch als vornehme Begräbnisstätte. Epitaphe im Inneren und an den Außenwänden künden von wohlhabenden Auftraggebern. In der politischen Umbruchzeit zwischen der Übertragung des Markgrafentums Brandenburg-Bayreuth an das Königreich Preußen 1791 und der Angliederung des Fürstentums Bayreuth an das Königreich Bayern 1810 entstanden sehenswerte Grabdenkmäler, an deren Inschriften die wechselnden Machtverhältnisse abzulesen sind.Wie auf christlichen Friedhöfen üblich, galten und gelten beschränkte Nutzungszeiten für die Grabstätten. So sind viele der alten Grabzeichen nicht mehr erhalten. Für einige Prominente gibt es an der Mauer im Eingangsbereich zur Aussegnungshalle an der Erlanger Straße bronzene Erinnerungstafeln. Seit 1991 wird hier des berühmten „Bäsles“ von Wolfgang Amadeus Mozart, Marianne Mozart, gedacht, die 1841 in Bayreuth starb. Die Aussegnungshalle selbst, ein Bau des 19. Jahrhunderts, ist in den 1980er und 1990er Jahren erweitert und neu gestaltet worden. Aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind Mausoleen und Grüfte vorhanden, die den wirtschaftlichen Aufstieg des Bürgertums dokumentieren. Der prachtvollste Bau gehört jedoch Herzog Alexander von Württemberg. Das Mausoleum für Franz Liszt ist 1978 nach historischen Bildern neu entstanden. Da Richard Wagner neben Cosima im Park der Villa Wahnfried ruht, ist Liszt der bekannteste Musiker auf dem Gottesacker.Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile des Friedhofs verwüstet. Auch die Kirche erlitt starke Schäden. 1946 begann der Wiederaufbau. 1983 und 2005 folgten grundlegende Sanierungen. Der Friedhof ist im 20. Jahrhundert gewachsen und zeigt gerade in dem Bereich, wo das Gelände zum Mistelbach hin abfällt, eine moderne landschaftliche Gestaltung.(Autor: Jörg Kuhn)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Friedrich Adam Ellrodt 1735 - 1780 • Ev. Theologe, Professor, Superintendent

Nr. 2
Wilhelm Ernst von Schönfeld 1724 - 1779 • Politiker, Verwaltungsbeamter

Nr. 3
Carl von Fritsch 1775 - 1834 • Militär, Oberst

Nr. 4
Gabriel Luther 1612 - 1672 • Jurist beider Rechte, Kurfürstlich-Brandenbg. Ratsherr, Hof- und Kammergerichtsrat

Nr. 5
Erhardt Christian Hagen von Hagenfels 1786 - 867 • Jurist, Politiker, Oberbürgermeister

Nr. 6
Houston Stewart Chamberlain 1885 - 1927 • Schriftsteller

Nr. 7
Hans (János) Richter 1843 - 1916 • Musiker, Dirigent

Nr. 8
Carl Kittel 1874 - 1945 • Musiker, Dirigent, Musikpädagoge, Professor

Nr. 9
Franz Liszt 1811 - 1886 • Pianist, Komponist, Dirigent, Abbé

Nr. 10
Friedrich Ludwig Freiherr von Pöllnitz 1729 - 1809 • Militär, Major, Kammerherr

Nr. 11
Caroline von Regemann, geb. von Knebel 1770 - 1843 •

Nr. 12
Johann Lorenz Ruckdeschel 1691 - 1742 • Münzmeister

Nr. 13
Johannes Hoenick 1676 - 1719 • Verwaltungsbeamter, Kammer-Rat

Nr. 14
Maria Müller-Reichenauer 889 - 1958 • Kammersängerin

Nr. 15
Siegfried Wagner 1869 - 1930 • Komponist, Festspielleiter

Nr. 16
Karl Klindworth 1830 - 1916 • Musiker, Musikpädagoge, Dirigent, Komponist

Nr. 17
Johann Paul Friedrich Richter, gen. Jean Paul 1763 - 1825 • Schriftsteller, Dichter

Nr. 18
Friedrich (Fritz) Puchta 1883 - 1945 • Politiker, Redakteur

Nr. 19
Alexander Friedrich Wilhem Herzog von Württemberg 1804 - 1881 • Militär, Politiker, Mäzen

Nr. 20
Johann Heinrich August Sackenreuther 1783 - 1813 • Mediziner

Nr. 21
Hans C. Reissinger 1890 - 1972 • Architekt

Nr. 22
Georg Wilhelm Wipprecht 1725 - 1792 • Jurist, Geheimer Regierungsrat, Lehenprobst

Nr. 23
Carl Eduard Steingraeber 1823 - 1906 • Klavierbauer, Pianoforte-und Flügel-Fabrikant

Nr. 24
Emil Warburg 1846 - 1931 • Physiker, Hochschullehrer, Professor

Nr. 25
Margaretha Katharina Schlenk 1702 - 1721 •

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