Öffnungszeiten
Der Alte Friedhof ist jederzeit zugänglich


Adresse
Licher Straße 4
35390 Gießen


Anfahrt
Bus 2, Station Nahrungsberg



 Webseite

Der Alte Friedhof wurde etwa um 1530 angelegt. Dies veranlasste Landgraf Philipp von Hessen, genannt der Großmütige, als er die Stadt Gießen mit einer mächtigen Wallanlage befestigen ließ. Ob der „Gottesacker“ weit außerhalb des Stadtkerns zuvor als „Pestacker“ genutzt wurde, ist nicht belegt. „Pestacker“ steht für Massengrab, wie es bei Epidemien und im Kriegsfall üblich war.

Die kleine Anhöhe heißt Nahrungsberg, hier hatten die Gießener ihre Gärten. Die Stadt erwarb im Laufe der Jahrhunderte ein Stück Land nach dem anderen, bis der Friedhof auf die heutige Größe von 8,4 Hektar angewachsen war. Im 19. Jahrhundert begann die Wohnbebauung rundherum, so dass die Fläche am Ende des Jahrhunderts voll belegt war. Der neue Friedhof wurde 1903 auf der Nordseite der Stadt eröffnet, am Rodtberg. Gleichzeitig beschloss die Stadt, den Alten Friedhof als Grünanlage für die Bürger zu erhalten. Die Reihengräber wurden zügig abgeräumt, es entstanden Wiesen, vereinzelt wurden Bäume gepflanzt.

Der erste Teil des Alten Friedhofs befindet sich im unteren Bereich des Nahrungsbergs, rund um die Kapelle. Dort sind viele alte Grabsteine aus dem 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert erhalten. Schon frühzeitig wurden besonders interessante Steine aufbewahrt, indem man sie an der Außenmauer des Friedhofs und an den Außenwänden der Kapelle anbrachte. Einige alte Grabmäler stehen auch auf den Wiesen rundum. Ob die Verstorbenen genau an den Stellen bestattet wurden, ist nicht bekannt. Sie sind Zeugnis der Stadtgesellschaft, die sich aus Militärs, Handwerkern, Gastwirten und ab 1607 auch aus Universitätsangehörigen zusammensetzte.

Der Friedhof steht als Sachgesamtheit unter Denkmalschutz und ist in städtischer Obhut. Urnenbeisetzungen sind seit 2011 möglich, über einen Patenschaftsvertrag mit der Stadt.
(Autorin: Dagmar Klein)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Studentengrabsteine - •

Nr. 2
Friedhofskapelle - •

Nr. 3
Katharina Elisabeth Liebknecht 1686 - 1719 • Ehefrau und Mutter

Nr. 4
Conrad Vogt 1606 - 1678 • Metzgermeister

Nr. 5
Friedrich Karl Rumpf 1772 - 1824 • Pädagoge, Schulrektor

Nr. 6
Totenhäuser Todenwart und Sinolt - •

Nr. 7
Joseph Birnbaum 1833 - 1894 •

Nr. 8
Friedrich Wilhelm von Heimbrachts 1801 - 1861 • Preußischer Leutnant, Gutsbesitzer

Nr. 9
Hugo von Ritgen 1811 - 1889 • Professor für Baukunst

Nr. 10
Georg Friedrich Wilhelm Balser 1780 - 1846 •

Nr. 11
Georg Gail 1818 - 1870 • Kaufmann, Offizier

Nr. 12
Ernst Dieffenbach 1811 - 1855 • Erster Neuseelandforscher, Professor für Geologie der Universität Gießen

Nr. 13
Heinrich Will 1812 - 1890 • Professor für Chemie

Nr. 14
Robert Schlagintweit 1833 - 1885 • Professor für Geographie

Nr. 15
Rudolf Buchheim 1820 - 1879 • Professor für Pharmakologie

Nr. 16
Heinrich Buff 1805 - 1878 •

Nr. 17
Wilhelm Conrad Röntgen 1845 - 1923 • Professor für Pysik

Nr. 18
Hellmuth Müller-Leutert 1892 - 1973 • Tabakfabrikant, Maler

Nr. 19
Georg Haas 1886 - 1971 •

Nr. 20
Karl Weigand 1804 - 1878 • Germanist, Gymnasialdirektor u. Universitätsprofessor

Nr. 21
Georg Edward, geb. Geilfus 1869 - 1969 • Schriftsteller

Nr. 22
Denkmäler für die im Lazarett verstorbenen Soldaten des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 - •

Nr. 23
Jüdischer Friedhof - •

Nr. 24
Benedict Levi 1806 - 1899 • Rabbiner

Nr. 25
Gustav Heyer 1826 - 1883 • Forstwissenschaftler

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