Öffnungszeiten
tgl. 7 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit

Anfrage nach Führungen an
Tel.: 0331/5050974 und
Tel.: 0331/520 568
Leitung: Friedhofsleiterin Jutta Erb-Rogg
E-Mail: kirche.bornstedt@evkirchepotsdam.de


Adresse
Ribbeckstraße 42 (Kirche u. Friedhof)
Ribbeckstraße 17 (Verwaltung)
14469 Potsdam


Anfahrt
TRAM Linie 92 ab Hbf. Potsdam bis Endhaltestelle Kirschallee, von dort 7 Min. zu Fuß in die Ribbeckstraße.
BUS 695, Bushaltestelle "Schloss Sanssouci".
PKW: Ausschilderung "Krongut" folgen, öffentl. Parkplatz direkt an der Potsdamer Str. (B 273), dann Richtung Krongut, gegenüber ist der Eingang zum Bornstedter Friedhof.



 Webseite

Das 1364 erstmals urkundlich erwähnte Dorf Bornstedt erhielt 1580 eine Fachwerkkirche. Der zugehörige Kirchhof für die Bornstedter und Nedlitzer Bewohner existiert seit etwa 1599. Das Dorf Bornstedt wurde 1664 von Kurfürst Friedrich Wilhelm, genannt der Große Kurfürst, für die Krone erworben und dem Amt Potsdam zugewiesen. 1722 wechselte das Dorf in die Zuständigkeit des Großen Militärwaisenhauses in Potsdam, das jedoch über einen eigenen Friedhof verfügte. Zum Einzugsbereich des Bornstedter Friedhofs gehörten aber die Bewohner von Sanssouci.

Kirchlich war Bornstedt den Potsdamer Gemeinden angegliedert, zuletzt der Gemeinde der neu errichteten Friedenskirche. Wohlhabende Potsdamer Familien entdeckten den Kirchhof als angemessenen Bestattungsort und ließen, gegen Zahlung erheblicher Gebühren, in und um die Kirche herum Grüfte anlegen. Umbaumaßnahmen am Kirchengebäude führten um 1805 zu weitreichenden Eingriffen in den Gruftbestand. 1841 erwarb König Friedrich Wilhelm IV. Bornstedt vom Amt Potsdam zurück und machte daraus 1844 ein Kronfideikommißgut. 1855 wurde eine neue Kirche errichtet und der 1733 nur im geringen Umfang vergrößerte Kirchhof umfangreich nach Westen erweitert. In die neue Kirche gelangten aus dem abgerissenen Vorgängerbau nur ausgewählte ältere Grabzeichen.

1842 erwarb der Hofgärtner Hermann Sello vom Bauern Rietz ein Stück Gartenland am Kirchhof, um hier bis 1844 einen privaten Familienfriedhof anzulegen.

1860 erhielt Bornstedt eine eigene Pfarrstelle. 1864 wurde der älteste Teil des Friedhofs für Beisetzungen geschlossen. Mit Peter Joseph Lenné und Bauinspektor Christian Heinrich Ziller als Beratern erfolgte auf Weisung durch Kronprinz Friedrich Wilhelm – dem späteren Kaiser Friedrich III. – eine Neugestaltung des alten Friedhofsteils. Das kronprinzliche Paar bewohnte das Krongut seit 1864 regelmäßig und nahm an den Messen teil, was die Attraktivität des Ortes erheblich steigerte. Die Gebühren für auswärtige Bürger beim Erwerb von Grabstätten wurden immer wieder angehoben.

Unter Pfarrer Carl Pietschker erfolgte 1879 eine dritte Kirchhofserweiterung, diesmal in Richtung Süden. Reinhold Persius entwarf eine Friedhofskapelle, die, modern erweitert, heute noch besteht. Der 1855 angelegte Kirchhofsteil II erhielt 1884 eine Erweiterung nach Süden bis zur Eichenallee. Eine vierte Erweiterung wurde schon 1892 nötig und 1897 musste der alte Teil um die Kirche für Beisetzungen wieder geöffnet werden. Ein fünfter Erweiterungsbereich konnte zwischen 1904 und 1910 angelegt werden. Die Kriegergedenkstätte neben dem durch Mauern gegliederten Kirchhof wurde von der Stadt Potsdam angelegt, zu der Bornstedt seit 1935 gehört.

Seit 1990 wird der Bornstedter Friedhof – der zumindest im älteren Bereich ein Kirchhof ist – kontinuierlich denkmalpflegerisch wieder hergestellt. Seine Attraktivität als bevorzugter Ort der „Letzten Ruhe“ ist ungebrochen. (Autor: Jörg Kuhn)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Wilhelmine Erdmuthe Mahler 175? - 1776 • Hausfrau

Nr. 2
Hans Mackowsky 1871 - 1938 • Kunsthistoriker, Kustos, Dozent

Nr. 3
Heinrich Wilhelm Wagenführer 1690 - 1758 • Soldat, Kaufmann, Weinhändler, Gastronom

Nr. 4
Jacob Paul Freiherr von Gundling 1673 - 1731 • Historiker, Schriftsteller, Höfling

Nr. 5
Emil Heinrich Ludwig von Albedyll 1824 - 1897 • Militär, General der Kavallerie, General-Adjutant

Nr. 6
Erich Georg Anton von Falkenhayn 1861 - 1922 • Militär, General der Infanterie, Politiker

Nr. 7
Oskar von Chelius 1859 - 1923 • Militär, Diplomat, Komponist

Nr. 8
Johann Friedrich Goercke 1750 - 1822 • Mediziner, Militär, General-Stabs-Arzt der Armee

Nr. 9
Johann Gottlob Samuel Rösel 1769 - 1843 • Maler, Zeichner, Graphiker, Hochschullehrer

Nr. 10
Georg Potente 1876 - 1945 • Gartenarchitekt, Gartendirektor

Nr. 11
Karl-Heinz Bröhan 1921 - 2000 • Unternehmer, Kunstsammler, Kunsterforscher

Nr. 12
Theodor Echtermeyer 1863 - 1932 • Gärtner, Beamter, Hochschullehrer

Nr. 13
Gerhard Joop 1914 - 2007 • Journalist, Redakteur

Nr. 14
Gustav Hermann Wilhelm August Koenigs 1882 - 1945 • Verwaltungsjurist

Nr. 15
Oskar Prinz von Preußen 1915 - 1939 • Jurist, Militär

Nr. 16
Johannes Gottfried Götz 1865 - 1934 • Bildhauer

Nr. 17
Freiherr Kurt von Plettenberg 1891 - 1945 • Militär, Forstwirt, Jurist

Nr. 18
Ludwig Justi 1876 - 1957 • Kunsthistoriker, Museumsdirektor

Nr. 19
Richard Schäfer 1873 - 1946 • Kaufmann, Schriftsteller

Nr. 20
Carl Pietschker 1846 - 1906 • Theologe, Pfarrer in Bornstedt

Nr. 21
Anni von Gottberg, geb. von Selchow 1885 - 1958 •

Nr. 22
Peter Joseph Lenné, 1789 - 1866 • Garten- und Landschaftsarchitekt, Stadtplaner

Nr. 23
Ludwig Persius, 1803 - 1845 • Architekt, Oberbaurat

Nr. 24
Hermann Ludwig Sello 1800 - 1876 • Gärtner, Oberhofgärtner

Nr. 25
Willy (Wilhelm) Carl Albert Kurth 1881 - 1963 • Kunsthistoriker, Museumsdirektor, Hochschullehrer

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