Öffnungszeiten
Okt.-Februar 8:00 - 17:00 Uhr
März, Sept.    8:00 - 18:00 Uhr
April-August   8:00 - 20:00 Uhr


Adresse
Thalkirchner Straße 17
80337 München


Anfahrt
U-Bahnstation Sendlinger Tor



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Der Alte Südliche Friedhof ist einer der ältesten außerstädtischen Kommunalfriedhöfe Deutschlands. Er wurde im 16. Jahrhundert als Pest- und Entlastungsfriedhof gegründet. Mit dem im Jahr 1788 festgesetzten innerstädtischen Bestattungsverbot erlangte er den Rang des alleinigen Bestattungsorts Münchens. Seine eigentliche Geburtsstunde liegt damit am Ende des 18. Jahrhunderts. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sollte er sich in vielerlei Hinsicht zu einer der bedeutendsten Anlagen Europas entwickeln. Die erste wichtige Erweiterung erfolgte 1817 im Sinn einer „architecture parlante“ (einer sprechenden Architektur) in Form eines Sarkophags von Gustav Vorherr. Ab 1842 wurde er unter Friedrich von Gärtner zu einem italienisch inspirierten Campo Santo erweitert. Beide Erweiterungen bemühten sich um eine ästhetisch gelungene Umsetzung der neuen, erst im 19. Jahrhundert sich stellenden architektonischen Aufgabe. Als besonders gelungene architektonische Umsetzungen schrieben sie Architekturgeschichte.Die gestalterische Aufwertung des Friedhofs ist auf das Engste mit Ludwig I. und seinem hohen Kunstideal zu verbinden. Überdies ergibt sich seine herausgehobene Stellung daraus, dass er zum ersten öffentlichen Gedenkort der bayerischen Haupt- und Residenzstadt avancierte. Bereits vor der Bayerischen Ruhmeshalle an der Theresienwiese wurde auf ihm eine Ruhmeshalle für berühmte Münchner im Arkadenrund eingerichtet. Die Stadt widmete ihren ersten Bürgermeistern opulente Ehrengrabmäler, der König seinen wichtigsten Künstlern wie Gärtner und Ludwig von Schwanthaler bedeutende Monumente und die führenden Familien ihren Vorfahren anspruchsvolle Grabzeichen. Münchens neuer Status als Universitätsstadt spiegelt sich in den Grabmälern berühmter Wissenschaftler von Joseph von Fraunhofer über Friedrich Wilhelm von Thiersch bis Justus von Liebig. Heute ist der ursprünglich vor den Toren Münchens gelegene Friedhof eine innerstädtische grüne Oase. Durch die Kriegszerstörungen ging ein Großteil der baulichen Elemente verloren. Der Bestand an Grabmälern wurde von über 20.000 auf rund 5.000 reduziert. Seit den 1950er Jahren wird er als Grünanlage genutzt und steht seit 1979 unter Denkmalschutz. Seine damalige historische Relevanz ist zeitweise in Vergessenheit geraten. Erst in allerjüngster Zeit wird sie mit seiner aktuellen Erforschung wieder bewusst.

(Autorin: Claudia Denk)



Aktuelle Publikation:

Claudia Denk / John Ziesemer

Kunst und Memoria.

Der Alte Südliche Friedhof in München.

Berlin/München 2014

544 Seiten, 615 meist farbige Abbildungen

erschienen im Deutschen Kunstverlag, ISBN 978-3-422-07227-5, EUR 49,90


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Johann Baptist Straub 1704 - 1784 • Bildhauer

Nr. 2
Franz Albert d. Ä. 1728 - 1886 • Weingastgeber, Förderer von W. A. Mozart

Nr. 3
Ferdinand von Miller d. Ä. 1813 - 1887 • Bronzegießer, Inspektor der Königlichen Erzgießerei

Nr. 4
Grab-Denkmal für die Oberländer Bauern - 1705 • Aufständische gegen die Österreichische Besatzungsmacht

Nr. 5
Johann Balthasar Michel 1755 - 1818 • Wein- und Pferdehändler, Weinwirt

Nr. 6
Carl Spitzweg 1808 - 1885 • Maler

Nr. 7
Alois Senefelder 1771 - 1834 • Erfinder der Lithografie

Nr. 8
Auguste Kluckhohn 835 - 1864 •

Nr. 9
Louis Bastoul 1753 - 1801 • General der französischen Rheinarmee

Nr. 10
Friedrich von Bürklein 1813 - 1872 • Architekt

Nr. 11
Johann Georg von Dillis 1859 - 1841 • Landschaftsmaler, Zentralgaleriedirektor

Nr. 12
Andreas Michael von Dall’Armi 1765 - 1842 • Bankier, Mitbegründer des Oktoberfestes

Nr. 13
Ignaz von Döllinger 1799 - 1890 • Theologe

Nr. 14
Wilhelm von Kaulbach 804 - 1874 • Maler

Nr. 15
Elias Mauromichalis (?) - 1836 • griechischer Offizier

Nr. 16
Klara Metzger-Vespermann 1799 - 1827 • Sängerin

Nr. 17
Joseph von Görres 1776 - 1848 • Publizist und Literaturwissenschaftler

Nr. 18
Leonhard Aron Elias von Eichthal (ehem. Seligmann) 1747 - 1824 • Bayerischer Hoffaktor

Nr. 19
Joseph von Fraunhofer 1787 - 1826 • Optiker und Erfinder

Nr. 20
Carl Wilhelm von Heideck, gen. Heidegger 1788 - 1861 • Philhellene, hoher Militär und Maler

Nr. 21
Peter Paul Ritter von Maffei 1754 - 1836 • Großhändler

Nr. 22
Maria Antonowna Narischkin (auch Naryschkina) 1779 - 1854 • russische Fürstin

Nr. 23
Georg Simon Ohm 1789 - 1854 • Physiker

Nr. 24
Ludwig von Schwanthaler 1802 - 1848 • Bildhauer

Nr. 25
Ellen Ammann 1870 - 1932 • Frauenrechtlerin

Nr. 26
Max von Pettenkofer 1818 - 1901 • Chemiker und Hygieniker

Nr. 27
Georg Pschorr d. J. 1830 - 1894 • Bierbrauer, Unternehmer

Nr. 28
Johannes von Widenmayer 1838 - 1893 • Erster Bürgermeister

Nr. 29
Justus von Liebig 1803 - 1873 • Chemiker

Nr. 30
Friedrich Wilhelm von Thiersch 1784 - 1860 • Philologe und Pädagoge

Nr. 31
Ignaz Perner 1796 - 1867 • Advokat, Tierschützer

Nr. 32
Philipp Franz von Siebold 1796 - 1866 • Arzt, Japanforscher

Nr. 33
Leo von Klenze 1784 - 1864 • Architekt, Maler, Gelehrter

Nr. 34
Friedrich von Gärtner 1791 - 1847 • Architekt

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