Öffnungszeiten
1. Okt. bis 31. Okt. 8:00 -19:00 Uhr
1. Nov. bis 28. Feb. 8:00 - 17:00 Uhr
1. März bis 31. März 8:00 - 19:00 Uhr
1. April - 30. Sept. 7:00 - 21:00 Uhr


Adresse
Obotritenring 247
19053 Schwerin


Anfahrt
Buslinie 11/12 bis Haltestelle "Alter Friedhof"


  0385/ 732697
  0385/ 7610842


Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Kirchhöfe der evangelischen Gemeinden Schwerins zu klein geworden waren, stand die Kirchenbehörde vor der Aufgabe, einen neuen Friedhof am westlichen Stadtrand anzulegen. Auf hügeligem Gelände plante der großherzogliche Gartendirektor Theodor Klett einen Parkfriedhof im Stil englischer Landschaftsgärten als malerischen Ort der Andacht. Am 28. Juli 1863 wurde er feierlich geweiht. Auf den vorherigen Friedhöfen in der Schelfstadt und am Totendamm durfte zukünftig nur noch in bestehenden Familiengrabstätten bestattet werden. Auf dem neuen Friedhof erhielten insbesondere die Erbbegräbnisse großzügige, oft gärtnerisch gestaltete und von verzierten Grabgittern umgebene Anlagen. Das Gelände am Abhang des ehemaligen Galgenbergs hatte Theodor Klett terrassiert, damit im Halbkreis um die Kuppe „nach antiker Art“ Grabkapellen mit architektonischer Fernwirkung erbaut werden konnten. Von den nachweislich 19 zwischen 1863 und 1915 erbauten Kapellen sind heute noch vier vorhanden. Die Fläche um die von Theodor Krüger geplante neogotische Friedhofskapelle auf der zweithöchsten Erhebung war den Gräbern der Pastoren und kirchlichen Würdenträger vorbehalten.

1930 erhielt der Friedhof aufgrund des zunehmenden Wunsches nach Feuerbestattung eine Trauerhalle mit Krematorium, erbaut als Backsteinbau im Bauhausstil nach Entwürfen von Andreas Hamann.

Das Wachstum der Stadt erforderte eine achtmalige Erweiterung des Bestattungsgeländes, so dass der Friedhof, der 1922 aus dem Eigentum der Kirche an die Stadt überging, heute eine Größe von 28 Hektar aufweist.

Für die Gestaltung der Erweiterungsflächen des frühen 20. Jahrhunderts steht insbesondere der Rostocker Stadtgartendirektor Wilhelm Schomburg, der einem eher funktionalen Leitbild folgend eine geometrische Planung zu Grunde legte. Die bogenförmig verlaufenden Wege des ältesten Teils gehen in gerade Alleen über, klar voneinander abgegrenzte Grabfelder wurden durch Pflanzstreifen gerahmt. Die so entstandenen, unterschiedlich gestalteten Bereiche sind nicht nur gartenbaukünstlerisch, sondern auch historisch wertvoll, bewahren sie doch die Erinnerung an stadtgeschichtlich bedeutende Persönlichkeiten. Erste Grabstätten wurden deshalb bereits 1980 unter Denkmalschutz gestellt. Heute ist der „Alte Friedhof“ in seiner Gesamtheit ein eingetragenes Garten- und Landschaftsdenkmal mit über 300 Einzeldenkmalen.

(Autorin: Christine Rehberg-Credé)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Friedrich (Fritz) Georg Gustav Karl Albrecht von Maltzahn 1848 - 1907 • Generaladjutant des mecklenburgischen Großherzogs

Nr. 2
Georg Adolph Demmler 1804 - 1886 • Baumeister und Architekt

Nr. 3
Fritz Mahncke 1880 - 1945 • Kaufmann und Spediteur

Nr. 4
Johann Heinrich Gottlieb Uhle 1839 - 1909 • Weinhändler

Nr. 5
Ludwig Clewe 1843 - 1912 • Maurermeister und Bauunternehmer

Nr. 6
Eduard Huben 1847 - 1912 • Direktionsmitglied der „Hamburg-Amerika Linie“

Nr. 7
Johann Heinrich Friedrich Gustav Schlie 1839 - 1902 • Archäologe, Kunsthistoriker

Nr. 8
Heinrich Friedrich August Christian Karl Friese 1860 - 1948 • Entomologe (Insektenforscher)

Nr. 9
Schwestern des Marien-Frauen-Vereins vom Roten Kreuz - •

Nr. 10
Rudolph Karstadt 1856 - 1944 • Kaufmann

Nr. 11
Carl Wilhelm Christian Malchin 1838 - 1923 • Kunstmaler

Nr. 12
Hugo Berwald 1863 - 1937 • Bildhauer

Nr. 13
Robert Beltz 1854 - 1942 • Gymnasiallehrer, Archäologe

Nr. 14
Friedrich von der Lühe 1846 - 1924 • Hofmarschall

Nr. 15
Bernhard Carl Bauch 1848 - 1913 • Kaufmann und Spirituosenfabrikant

Nr. 16
Georg Christian Friedrich Lisch 1801 - 1883 • Archivar und Regionalgeschichtsforscher

Nr. 17
Theodor Krüger 1818 - 1885 • Architekt, Baumeister

Nr. 18
Theodor Friedrich Dethlof Kliefoth 1810 - 1895 • Theologe, Oberkirchenrat

Nr. 19
Friedrich Theodor Julius Schloepke 1812 - 1878 • Kunstmaler, Illustrator

Nr. 20
Bogislav Helmuth Hermann Willebrand 1816 - 1899 • Baumeister und Architekt

Nr. 21
Johann Friedrich Heinrich Dethloff Theodor Klett 1808 - 1882 • Gärtner und Garten- und Landschaftsplaner

Nr. 22
Friedrich Wilhelm Kücken 1810 - 1882 • Kapellmeister und Komponist

Nr. 23
Carl Hinrichs 1903 - 1990 • Kunstmaler

Nr. 24
Ida Wilhelmine Clara Caroline Masius 1824 - 1897 • Vorsteherin des Krankenvereins Schwerin und des Augustenstifts, Begründerin des Anna-Hospitals

Nr. 25
Andreas Hamann 1884 - 1955 • Architekt

schließen