Öffnungszeiten
Sommer (1.4. bis 30.9.): 7- 20 Uhr
Herbst (1.10. bis 1.11.): 8 - 19 Uhr
Winter: 8 - 17 Uhr


Adresse
Aachener Straße 204
50931 Köln


Anfahrt
U 1 und 7, Haltestelle "Melaten"


  0221/ 221-24442
  0221/ 221-24412


 Webseite

Die Stätte „Melaten“ wird 1180 erstmals urkundlich erwähnt. Mit Sicherheit schon länger befindet sich hier eine Leprosenunterkunft. Um das Umgreifen dieser höchst ansteckenden bakteriellen Erkrankung zu verhindern, werden die Leprakranken außerhalb der Städte ohne Ansehen von Stand und Vermögen in abgeschottete Unterkünfte eingewiesen. So auch in Köln. Der Begriff „Melaten“ leitet sich vom Französischen „Malade“, also „Krank“ ab. Direkt benachbart liegt eine der Haupthinrichtungsstätten Kölns, die auch durch die Verbrennung von Protestanten und angeblichen Hexen traurige Berühmtheit erlangt. 1767 wird das Leprosenheim aufgelöst und als Landgut weiter geführt.

Als Köln 1794 von den napoleonischen Truppen besetzt und in den französischen Staat integriert wird, wird auch das Friedhofswesen reformiert. Laut „Kaiserlichem Dekret über die Begräbnisse“ vom 12. Juni 1804 dürfen Tote nicht mehr innerhalb der Stadtmauern, also in Kirchen und auf Kirchhöfen beerdigt werden. Ferner wird den Kirchen das Beerdigungswesen entzogen und geht auf die Munizipalität über. An der Chaussee nach Aachen wird ein geeignetes, rd. 3 ha großes Grundstück für die Anlage eines Friedhofs gefunden. Der Universalgelehrte Ferdinand Franz Wallraf übernimmt die Planung.

Der zunächst rein katholische Friedhof kann am 29. Juni 1810 geweiht werden. Die 1474 errichtete Kapelle des ehemaligen Leprosenheims wird als Friedhofskapelle übernommen. Wallraf entwirft auch die Mauer und das Friedhofsportal, dessen Gestaltung dem monumentalen französischen Revolutionsklassizismus entlehnt ist. In Folge des Wiener Kongresses fällt Köln 1815 an Preußen. 1829 wird der Friedhof auch für Protestanten geöffnet. Das bedingt 1831/32 die erste Erweiterung auf mehr als die doppelte Fläche. Mit dem Bevölkerungswachstum im Zuge von Industrialisierung und Eingemeindungen wird Melaten in mehreren Schritten erweitert. Während die neuen Teile bis 1874 additiv an den jeweiligen Bestand angefügt werden, erfolgt die fünfte Erweiterung von 1884-87 nach einem großzügigen Plan auf fast die doppelte Fläche. Im Mittelteil wird eine zweite Hauptachse von Nord nach Süd hippodromförmig aufgeweitet und schafft hier Platz für exklusive Grabstätten. Diese Nord-Süd-Achse bildet mit der Ost-West-Achse, die nach Westen verlängert wird, einen Kreuzungspunkt, sodass auch hier auf der sog. „Millionenallee“ prunkvolle Grabanlagen entstehen.

Im Zweiten Weltkrieg wird Melaten durch unzählige Bomben zerstört. Um die Kriegs- und Nachkriegstoten beerdigen zu können, werden 1948 und 1956 weitere Grabfluren an den Rändern angelegt. Der Haupteingang wird zur Piusstraße und damit an den Anfangspunkt der „Millionenallee“ verlegt. Hier entsteht die großzügige, qualitätsvolle Neue Trauerhalle des Architekten Fritz Schaller.

(Autor: Gerd Bermbach)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Ferdinand Franz Wallraf 1748 - 1824 • Naturwissenschaftler, Priester, Kunstgelehrter

Nr. 2
Johann Maria Farina 1685 - 1766 • Duftwasserfabrikant

Nr. 3
Nicolaus August Otto 1832 - 1891 • Kaufmann, Erfinder des Viertaktmotors

Nr. 4
Friedrich A. Florian von Seydlitz 1777 - 1832 • Kgl. Preußischer General-Major

Nr. 5
Willi Ostermann 1876 - 1936 • Drucker, Komponist, Sänger

Nr. 6
Domkapitel 838 - 1925 • Kanoniker der Hohen Domkirche Köln

Nr. 7
Emil Pfeifer 1806 - 1889 • Zuckerfabrikant

Nr. 8
Dr. Gustav von Mevissen 1815 - 1899 • Kaufmann (Schwerindustrie, Eisenbahnen, Banken

Nr. 9
Ernst Friedrich Zwirner 1802 - 1861 • Architekt, Dombaumeister

Nr. 10
Otto Wolff 1881 - 1940 • Unternehmer

Nr. 11
Wilhelm Ludwig Deichmann 1798 - 1876 • Bankier

Nr. 12
Wilhelm Flammersheim 1776 - 1865 • Tapetenfabrikant

Nr. 13
Franz Clouth 1838 - 1910 • Gummiwarenfabrikant

Nr. 14
Georg Meistermann 1911 - 1990 • Maler und Glasmaler

Nr. 15
Wilhelm Riphahn 1889 - 1963 • Architekt

Nr. 16
Jakob Wahlen 1788 - 1845 • Fabrikant

Nr. 17
Paul Brach 1740 - 1815 • Chirurg, Professor der Anatomie

Nr. 18
Maria Clementine Martin 1775 - 1843 • Klosterfrau, Apothekerin

Nr. 19
Cornelius Stüssgen 1877 - 1956 • Lebensmittel-Einzelhändler

Nr. 20
Hans Böckler 1875 - 1951 • Gründer des Deutschen Gewerkschaftsbunds

Nr. 21
Alfred Sauer 1856 - 1907 • Bergwerksbesitzer

Nr. 22
Willy Millowitsch 1909 - 1999 • Schauspieler

Nr. 23
Peter Josef Früh 1862 - 1915 • Bierbrauer

Nr. 24
Johann Müllemeister 1851 - 1902 • Ziegeleibesitzer, Baumeister, Bauunternehmer

Nr. 25
Ludwig Stollwerck 1857 - 1922 • Unternehmer, Fabrikant

schließen