Öffnungszeiten
Der Friedhof ist durchgehend geöffnet


Adresse
Am Nordfriedhof 1
40221 Düsseldorf


Anfahrt
Straßenbahn Linie 715, 707 Haltestelle: Großmarkt
Bus Linie 722, 729, 756, 834 Haltestelle: Nordfriedhof



 Webseite

Anfang der 1880er Jahre war ein neuer Friedhof für Düsseldorf unumgänglich geworden. Der ältere kommunale Begräbnisplatz in Golzheim war an seine Grenzen gestoßen und wurde 1887 endgültig geschlossen. Düsseldorf war mit mehr als 100.000 Einwohnern Großstadt geworden, und die Bevölkerungszahl wuchs rasant. Grund war die zunehmende Industrialisierung seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein Ende dieser stürmischen Entwicklung war vorerst nicht abzusehen.

Für die Anlage eines neuen Friedhofs wurde im Juli 1882 ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben, den der Gartenarchitekt Eduard Hoppe aus Pankow bei Berlin gegen starke Konkurrenz für sich entscheiden konnte. Am 1. Mai 1884 gab es bereits die erste Beerdigung.

Hoppes Grundidee auf anfangs 15 Hektar ist noch heute gut zu erkennen: Von einem zentralen Eingangsbereich aus folgen in einer Süd-Nord-Achse die erst 1887 gebaute Kapelle und, auf einen Hügel ansteigend, der Ort für ein Hochkreuz, das 1905 aufgestellt wurde. Die Grabfelder in Nähe der Kapelle liegen wie in einem barocken, höfischen Garten, der als Grundriss ein Kreuz aufweist. Weiter entfernte Teile ähneln eher einem englischen Landschaftsgarten.

Nach zwei Erweiterungen hat der Friedhof heute eine Gesamtfläche von etwa 70 Hektar. Rund 49.000 Grabstätten mit seither ungefähr 220.000 Beisetzungen zählt der Friedhof derzeit. Zwei große Ehrenfelder für die Toten des Ersten und des Zweiten Weltkriegs ergänzen die individuellen Grabstätten.

Ehrengrabstätten für bildende Künstler, Schriftsteller, Theatermenschen und Stifter dokumentieren die Kunst- und Kulturgeschichte Düsseldorfs, ergänzt um Ehrungen verdienter Politiker. Nur ein einziges Ehrengrab gilt der Industriegeschichte, obwohl es gerade die Industriellen waren, die Düsseldorf groß, reich und modern gemacht hatten.

Aufwändig gestaltete Grabmäler, nicht zuletzt von Düsseldorfer Bildhauern, deren Werke auch im öffentlichen Stadtbild zu bewundern sind, schmücken die Grabstätten. Sie finden sich insbesondere auf dem im Volksmund so genannten „Millionenhügel“ mit den Feldern 60 bis 64 und in den Feldern 70 bis 75.

Seit 1922 ist ein jüdischer Friedhof Teil der Gesamtanlage. Er wird von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf in eigener Regie betreut. Dort finden sich unter anderem ein Grabstein von Heinrich Heines Großmutter mütterlicherseits und die Gräber für die Dichterin Rose Ausländer und für den langjährigen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel.

(Autor: Wulf Metzmacher)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Andreas Achenbach 1815 - 1910 • Kunstmaler

Nr. 2
Josef Kleesattel 1852 - 1926 • Architekt

Nr. 3
Karl Völler 1877 - 1916 • Ingenieur

Nr. 4
Wilhelm Marx 1851 - 1924 • Oberbürgermeister

Nr. 5
Arno Breker 1900 - 1991 • Bildhauer

Nr. 6
Clara Viebig 1860 - 1952 • Schriftstellerin

Nr. 7
Rosemarie Nitribitt 1933 - 1957 • Lebedame, Prostituierte

Nr. 8
Fritz Henkel 1848 - 1930 • Industrieller

Nr. 9
Norbert Burgmüller 1810 - 1836 • Komponist

Nr. 10
Hans Müller-Schlösser 1884 - 1956 • Schriftsteller

Nr. 11
Albert Poensgen 1818 - 1880 • Industrieller

Nr. 12
Pasquale Faccenda 1840 - 1894 • Gastronom, Weinhändler

Nr. 13
Georg Arnold Jacobi 1768 - 1845 • Staatsrat

Nr. 14
Ernst Schiess 1840 - 1915 • Ingenieur, Maschinenbauer, Geheimer Kommerzienrat

Nr. 15
Karl-Heinz Stroux 1908 - 1985 • Theater-Intendant

Nr. 16
Ernst vom Rath 1909 - 1938 • Diplomat

Nr. 17
Ferdinand Heye 1838 - 1889 • Industrieller

Nr. 18
Franz Haniel 1842 - 1916 • Industrieller

Nr. 19
William Thomas Mulvany 1806 - 1885 • Industrieller

Nr. 20
Friedrich Tamms 1904 - 1980 • Architekt, Stadtplaner

Nr. 21
Johanna Ey 1864 - 1947 • Galeristin

Nr. 22
Louise Dumont 1862 - 1932 • Theater-Intendantin, Schauspielerin

Nr. 23
Eduard Bendemann 1811 - 1889 • Kunstmaler, Direktor der Kunstakademie Düsseldorf

Nr. 24
Eduard Schulte 1891 - 1966 • Generaldirektor

Nr. 25
Jean Louis Piedbœuf 1838 - 1891 • Industrieller, Dampfkesselfabrikant

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