Öffnungszeiten


Adresse
Untere Zahlbacher Straße
55131 Mainz


Anfahrt
Straßenbahn: Linie 52 bis Hauptfriedhof
Bus: Linie 6, 6A, 54, 55, 56, 57, 58, 64, 65, 69, 650 bis Universität


  (06131) 143 56 78


 Webseite

Parallel zur Saarstraße, dem Einfallstor zur Innenstadt, und in unmittelbarer Nähe der Johannes-Gutenberg-Universität, liegt der rund 20 Hektar große Mainzer Hauptfriedhof. Von seiner ureigenen Natur her ein Ort der Trauer, machen ihn sein parkähnlicher Charakter, seine beeindruckenden historischen Bauwerke und seine mehr als 200jährige Geschichte gleichzeitig aber auch zu einem Raum der Stille, zu einer Stätte der Begegnung und zu einem Hort der Erinnerungen. Für die Bevölkerung erfüllt der Hauptfriedhof noch eine weitere Funktion: Genauso wie der Dom ist er für sie ein bedeutendes Wahrzeichen ihrer Stadt. Die Wurzeln des Hauptfriedhofs reichen zurück bis in die Mainzer Gründerzeit. Unmittelbar nachdem die Römer „Moguntiacum“ aus der Taufe gehoben hatten, wurde das Gelände im Zahlbachtal zu einer der städtischen Begräbnisstätten bestimmt. Im frühen Mittelalter wurden hier sogar Bischöfe beigesetzt. Offiziell gegründet wurde der Hauptfriedhof aber erst 1803 und damit in der napoleonischen Besatzungszeit. Kurz zuvor hatte ein kaiserliches Dekret verfügt, dass die alten Kirchhöfe durch einen Zentralfriedhof außerhalb der damaligen Stadtgrenzen ersetzt werden sollten. Eine Anweisung, die der Mainzer Präfekt, Jeanbon Baron de Saint André, in die Tat umsetzen ließ. Einzelne Grabdenkmäler als Zeitzeugen dieser Epoche sind noch heute auf dem Friedhofsgelände zu finden. Aber nicht nur die napoleonische Besatzung ist dort belegt. Auch die Zeit des aufstrebenden Bürgertums und die wechselhafte Mainzer Militärgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts spiegeln sich in Gruften, Grabfeldern und Denkmälern wieder. Und so gleicht ein Gang über den Hauptfriedhof einem Streifzug durch die Geschichte, wobei die architektonische Bandbreite von einfachen Sandsteinen über barocke, neugotische und neoklassizistische Denkmäler bis hin zu Jugendstilbauten und modernen Grabanlagen reicht. Ein besonders beeindruckendes Beispiel dafür ist das historische Krematorium. 1903 errichtet, war es eines der ersten Krematorien in Deutschland überhaupt und wurde erst 107 Jahre später in seiner Funktion durch das neue Krematorium direkt am Haupteingang des Friedhofs abgelöst. Das historische Gebäude mit seiner prächtigen Kupferkuppel aber bleibt auch in Zukunft erhalten. Dafür sorgt der Denkmalschutz, der darüber, genauso wie über rund 230 weitere Grabmale und Bauwerke, wacht. So ist es kein Wunder, dass der Mainzer Hauptfriedhof 2005 von der European Association of Significant Cemeteries in die Liste der bedeutendsten Friedhöfe Europas aufgenommen wurde.

(Autor: Mario Bast)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Jeanbon Baron de Saint André 1749 - 1813 • Präfekt von Mainz, Pfarrer, Kapitän der Handelsmarine

Nr. 2
Carl Joseph Anton Weiser 1811 - 1865 • Branddirektor, Mitbegründer des Mainzer Carneval Vereins (MCV)

Nr. 3
Peter Cornelius 1824 - 1874 • Dichterkomponist

Nr. 4
Denkmal der Veteranen - •

Nr. 5
Ida Gräfin Hahn-Hahn 1805 - 1880 • Schriftstellerin, Frauenrechtlerin, Klostergründerin

Nr. 6
Joseph Laské 1816 - 1865 • Stadt- und Dombaumeister

Nr. 7
Eduard Heinrich Rudolph David 1863 - 1930 • Politiker, Lehrer, Kaufmann

Nr. 8
Paul Haenlein 1835 - 1905 • Luftfahrtpionier, Erfinder; Ingenieur, Maschinenbauer, Modellschreiner, Mechaniker

Nr. 9
August Friedrich Keller 1885 - 1970 • Justizbeamter

Nr. 10
Denkmal „Den Schwestern des Alice Frauenvereins Mainz“ - •

Nr. 11
Grabfeld Opfer Einsturz Holztorschule - •

Nr. 12
Deutscher Ehrenhof - •

Nr. 13
Sternengarten - •

Nr. 14
Karl Holzamer 1906 - 2007 • Gründungsintendant ZDF, Universitätsprofesssor

Nr. 15
Grabfeld Bombenopfer - •

Nr. 16
Jakob Fuchs 1919 - 2002 • Mainzer Oberbürgermeister, Landtagsabgeordneter, Journalist

Nr. 17
Fritz Straßmann 1902 - 1980 • Universitätsprofessor; Mitentdecker der Kernspaltung

Nr. 18
Französischer Garnisonsfriedhof - •

Nr. 19
Gruftenstraßen - •

Nr. 20
Kathinka Zitz-Halein 1801 - 1877 • Schriftstellerin

Nr. 21
Franz Conrad Macké 1756 - 1844 • Mainzer Bürgermeister, Jurist

Nr. 22
Johann Maria Kertell 1771 - 1839 • Geschäftsmann, Gründer der ersten Mainzer Fastnachtsgarde

Nr. 23
Ernst Neger 1909 - 1989 • Dachdeckermeister und Fastnachtslegende

Nr. 24
Eduard Kreyßig 1830 - 1897 • Stadtbaumeister

Nr. 25
Seppel Glückert 1891 - 1955 • Schreibwarenhändler, Fastnachter und Büttenredner

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