Öffnungszeiten
Nov. - Feb. 8:00 - 17:00 Uhr
März, Okt. 8:00 - 18:00 Uhr
April, Sept. 7:00 - 19:00 Uhr
Mai-August 7:00 - 20:00 Uhr


Adresse
Am Bruchhübel 1
66123 Saarbrücken


Anfahrt
Busstationen Heimgarten oder Preußenstraße, 3 Min. Fußweg
Busstation An der Trift, Fußweg 9 Min.



 Webseite

Der Friedhof der bis 1909 eigenständigen Stadt St. Johann, heute Stadtteil von Saarbrücken, stellt aufgrund seines reichen Bestands an historischen Grabmalen und alten Gehölzen ein herausragendes Sepulkraldenkmal der Saarregion dar. Viele Gräber von führenden Familien und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sichern ihm zudem nicht nur stadtgeschichtliches Interesse. Mit seinem inventarisierten Grabmalbestand ist er seit 1993 als Ensemble in die Denkmalliste eingetragen.

Der von Stadtbaumeister Hugo Dihm geplante, zunächst rund vier Hektar große überkonfessionelle Friedhof wurde 1883 eröffnet. 1897 erhielt er ein Wärterhaus und eine kleine Leichenkammer, davor nutzte man die Leichenhalle des Vorgängerfriedhofs. 1908 erweiterte man den Friedhof um zwei Hektar nach Nordosten. 1917 wurde er, nach Eröffnung des Saarbrücker Hauptfriedhofs, geschlossen. Beigesetzt wurde lediglich noch in bestehende Familien- und Rabattengräber. Ab 1933 wurden Reihengräber abgeräumt, die Anlage erhielt teilweise parkartiges Gepräge. Bei Metallsammlungen entfernte man 1939 viele Grabeinfassungsgitter, der Krieg brachte weitere Zerstörungen. In der Nachkriegszeit gärtnerisch umgestaltet, wurde der Friedhof 1984 für Aschebeisetzungen wiedereröffnet. Seitdem entstehen neue Urnengrabfelder. In Feld 22 errichtete man 1988 einen Versammlungsraum, der obere Friedhofseingang wurde neugestaltet.

Der in Hanglage situierte Friedhof wird im unteren Teil von zwei Hauptalleen gegliedert, die sich im oberen Teil vereinigen. Nebenwege zweigen asymmetrisch zur Erschließung der Felder ab, der Mittelbereich ist schachbrettartig ausgeprägt. Zeittypisch wurden große Familiengräber an den Rändern und Reihengräber im Innern der Felder angelegt. Die neuen, überwiegend kreisförmig-konzentrischen Urnenfelder verändern die Struktur. Der historische Grabmalbestand dokumentiert in bemerkenswerter Breite gründerzeitliche Sepulkralkunst. Neostile sind ebenso vertreten wie späthistoristischer Eklektizismus und Jugendstil. Die Erhaltung der repräsentativen Familiengrabmale, oft mit reicher architektonischer Gliederung und aufwändigem plastischen Schmuck, stellt eine besondere Herausforderung dar. Historische Grabmale mit eher durchschnittlicher Qualität werden von der Friedhofsverwaltung zum Wiederverkauf aufbereitet. Sie verlieren dabei die alten Inschriften und werden vielfach transloziert. Denkmalpflegerisch ist das nicht unproblematisch, doch findet das Recycling-Konzept eine bemerkenswerte Resonanz.

(Autor: Rainer Knauf)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Grabfeld 2 - •

Nr. 2
Heinrich Raspiller sen. 1814 - 1885 • Glasfabrikant

Nr. 3
Ferdinand Georg Riotte 1812 - 1898 • Jurist, Politiker, Ehrenbürger von St. Johann

Nr. 4
Carl Lamarche 1815 - 1894 • Fabrikant und Kaufmann

Nr. 5
Ernst Ferdinand Heckel 1861 - 1949 • Drahtseilfabrikant, Ingenieur, Konstrukteur und Fabrikant von Förderanlagen, Drahtseilbahn-Pionier

Nr. 6
Gustav Schmoll gen. Eyssenwerth 1872 - 1946 • Architekt, Stadtverordneter

Nr. 7
Stefan Hüfner 1935 - 2013 • Physiker, Universitätsprofessor, Romanschriftsteller

Nr. 8
Friedrich Karl Karcher 1818 - 1868 • Kaufmann, Bürgermeister von St. Johann

Nr. 9
Gustav Leopold Friedrich Ilse 1821 - 1906 • Pfarrer von St. Johann, Ehrenbürger von St. Johann

Nr. 10
Gustav Samuel Daniel Bruch 1822 - 1899 • Brauereibesitzer, Politiker, Ehrenbürger St. Johanns

Nr. 11
August Carl Klein 1847 - 1920 • Brauereibesitzer, Politiker, kommissarischer Bürgermeister der Stadt Saarbrücken

Nr. 12
Karl Ristenpart 1900 - 1967 • Dirigent (u.a. Gründer des RIAS-Kammerorchesters und des Kammerorchesters des SR)

Nr. 13
Bernhard Carl Hermann Aubin 1913 - 2005 • Rechtswissenschaftler, Universitätsprofessor

Nr. 14
Walter Barbian 1919 - 2005 • Pressefotograf, Sportler

Nr. 15
Pierre Séguy (eigtl.: Otto Robert Steinschneider) 1921 - 2004 • Journalist, Redakteur, Rundfunkmoderator

Nr. 16
Paul Senf 1915 - 1998 • Volkswirt, Universitätsprofessor, zweimaliger saarländischer Minister für Finanzen und Forsten

Nr. 17
Hans Eggers 1907 - 1988 • Germanist, Universitätsprofessor

Nr. 18
Rudolf Bornschein 1912 - 1988 • Kunsthistoriker, Direktor des Saarlandmuseums

Nr. 19
Wolfram Herbert Huschens 1921 - 1989 • Künstler (Maler, Graphiker, Bildhauer, Kunstgewerbler), Kunstpädagoge

Nr. 20
Arnold Becker 1853 - 1928 • Textil-Großkaufmann, Saarbrücker Stadtverordneter

Nr. 21
Willi (Wilhelm) Graf 1918 - 1943 • Medizinstudent, Widerstandskämpfer im Nationalsozialismus („Weiße Rose“)

Nr. 22
Karl Lohmeyer 1878 - 1957 • Kunsthistoriker, Museumsdirektor, Kaufmann Ehrenbürger (Heidelberg, Saarbrücken, Ottweiler)

Nr. 23
Fritz Schuster 1916 - 1988 • Jurist, Politiker (DPS/CDU), Innenminister des Saarlandes, Saarbrücker Oberbürgermeister

Nr. 24
Heinrich Schneider 1907 - 1974 • Rechtsanwalt, Politiker, saarländischer Landtagspräsident, Minister und Stellv. Ministerpräsident

Nr. 25
Gustav Fröhlich 1827 - 1901 • Pädagoge, Schulrektor, Kreisschulinspektor

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