Öffnungszeiten


Adresse
Friedrichstraße 54
01067 Dresden


Anfahrt
Von Hauptbahnhof Dresden: Tram 10 Richtung Messe Dresden, bis Krankenhaus Friedrichstadt



Der Alte Katholische Friedhof in Dresden ist die älteste noch in Benutzung befindliche Begräbnisstätte der Stadt. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts angelegt, vereinigt er Grabmale aus allen Stilepochen und ist nicht nur in dieser Hinsicht kulturhistorisch äußerst interessant. Zahlreiche in Dresden und weit darüber hinaus bekannte Persönlichkeiten haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Noch im 17. Jahrhundert war die Anlage katholischer Friedhöfe im streng protestantischen Dresden untersagt. Die politisch motivierte Heirat des Sohnes August des Starken mit der habsburgischen Kaisertochter Maria Josepha brachte die Wende. Die streng gläubige Katholikin hatte sich im Ehevertrag vom April 1719 die Anlage eines eigenen Begräbnisplatzes für die katholischen Angehörigen ihres Hofstaates ausbedungen. August der Starke willigte letztlich ein, war er selbst doch bereits 1697 zum katholischen Glauben konvertiert, wenn auch nur aus politischen Gründen zur Erlangung der polnischen Königskrone.

Die Einrichtung des ersten katholischen Friedhofs in Dresden versah er jedoch mit strengen Auflagen. So sollten hier lediglich Hofangehörige bestattet werden, der Bau einer Kapelle sowie die Anlage von Grufthäusern waren nicht gestattet. Auch durften die Beerdigungen nur in aller Stille und ohne Gebete am Grab selbst vollzogen werden, was dem katholischen Begräbnisritus widersprach.

Die erste Beisetzung nahm man im Februar 1724 vor, rasch folgten weitere. Nach dem Tod August des Starken im Jahr 1733 räumte dessen Sohn den Katholiken mehr Rechte ein und ab September 1738 stand der katholische Friedhof für alle Katholiken offen. Damit war schnell klar, dass die ursprüngliche Fläche von gerade einmal rund 5600 Quadratmetern nicht ausreichend war. Bereits 1740 und 1742 erfolgten erste Erweiterungen auf gut die doppelte Fläche mit dem Bau einer neuen Mauer sowie dem Haus des Friedhofmeisters. Die dritte Erweiterungsfläche folgte hundert Jahre später im Jahr 1842. Mit ihr war der Bau der kleinen Kapelle verbunden, die seit 1914 die Kreuzigungsgruppe von Balthasar Permoser beherbergt. Eingeweiht wurde sie von Bischof Franz Lorenz Mauermann, der wesentlich an der dritten Friedhofserweiterung beteiligt war und auf der Rückseite der Kapelle an prominenter Stelle mit Blick auf den Erweiterungsteil bestattet wurde. Eine weitere räumliche Ausdehnung war in der Folgezeit nicht mehr möglich, so dass 1874 in etwa einem Kilometer Entfernung der Neue Katholische Friedhof entstand.

(Autorin: Nora Kindermann)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Johann Georg Chevalier de Saxe 1704 - 1774 • Sächsischer Prinz, Feldmarschall

Nr. 2
Kasimir Brodzinski 1791 - 1835 • Schriftsteller

Nr. 3
Johann Christian Götze 1692 - 1749 • Katholischer Priester, Hofbibliothekar

Nr. 4
Franz Seydelmann 1748 - 1806 • Hofkapellmeister, Komponist

Nr. 5
Ernst Hottenroth 1872 - 1908 • Bildhauer

Nr. 6
Giovanni Battista Casanova 1728 - 1795 • Maler, Akademiedirektor

Nr. 7
Franz Seraph Pettrich 1770 - 1844 • Bildhauer, Professor

Nr. 8
Franz Gerhard von Kügelgen 1772 - 1820 • Maler

Nr. 9
Marie Therese von Dressler und Scharfenstein 1800 - 1820 •

Nr. 10
Auguste Charlotte Gräfin von Kielmannsegge 1777 - 1863 • Spionin Napoleons

Nr. 11
Carl Maria von Weber 1786 - 1826 • Komponist, Musikdirektor

Nr. 12
Ermenegildo Antonio Donadini 1847 - 1936 • Maler, Restaurator, Bühnenbildner, Fotograf

Nr. 13
Bartholomeo Bosco 1793 - 1863 • Zauberkünstler

Nr. 14
Franz Lorenz Mauermann 1780 - 1845 • Apostolischer Vikar in Sachsen, Titularbischof

Nr. 15
Anton Konrad 1880 - 1938 • Schlossermeister, Kunstfälscher

Nr. 16
Rudolf Bockelmann 1892 - 1958 • Kammersänger, Professor

Nr. 17
Giovanni Samuele Ercole Torniamenti 1803 - 1890 • Gastronom

Nr. 18
Leopold Sylvius Weiß 1687 - 1750 • Musiker, Lautenist

Nr. 19
Lorenzo Mattielli 1688 - 1748 • Bildhauer

Nr. 20
Balthasar Permoser 1651 - 1732 • Bildhauer

Nr. 21
Karl Franz Anton Pusinelli 1815 - 1878 • Kinderarzt

Nr. 22
Alojs Andritzki 1914 - 1943 • Katholischer Priester

Nr. 23
Joseph Accoramboni 1671 - 1745 • Geistlicher Rat, Diplomat

Nr. 24
Eva Catharina Roos 1718 - 1779 •

Nr. 25
Joseph Lorbacher 1796 - 1863 • Katholischer Priester, Präses des Kolping-Gesellenvereins

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