Öffnungszeiten
April bis September: 7 - 21 Uhr
Oktober bis März: 8 - 18 Uhr


Adresse
Friedhofsweg 3
04299 Leipzig


Anfahrt
Straßenbahn: Linien 2 und 15, Haltestelle "Völkerschlachtdenkmal" und "Südfriedhof"
Bus: Linie 70, Haltestelle "An der Tabaksmühle"


  0341/ 123-5700
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Die Geschichte des Südfriedhofs, heute mit 78 Hektar Fläche der größte sächsische Friedhof, begann 1879. Als kommunaler Begräbnisplatz hatte sich der erst drei Jahrzehnte zuvor angelegte Neue Johannisfriedhof für das Wachstum der Stadt als zu klein erwiesen. Daher planten der Stadtbaudirektor Hugo Licht und der Ratsgärtner Carl Otto Wittenberg in diesem Jahr einen neuen städtischen Friedhof weit vor den damals bebauten Quartieren. Zur Standortwahl südöstlich der Stadt trug nicht zuletzt die symbolische Bedeutung des Areals als Ort der Völkerschlacht von 1813 bei.

Licht und Wittenberg orientierten sich bei der Gestaltung an den damals neuesten Entwicklungen und entwarfen einen Parkfriedhof nach dem Vorbild der 1877 fertig gestellten Begräbnisstätte in Hamburg-Ohlsdorf. Der Leipziger Südfriedhof konnte 1886 von Oberbürgermeister Georgi eröffnet werden. Ein zentrales Wegekreuz, um das sich geschwungene Wege gruppierten und ein artenreicher Gehölzbestand bestimmten die großzügige Anlage.

Mit dem Bau des Völkerschlachtdenkmals in unmittelbarer Nähe des Friedhofs zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der ersten Erweiterung fand eine Umgestaltung des Friedhofes statt. Das Wegekreuz wurde verschoben und die ursprünglich in der Nähe des Eingangs geplante Kapelle als monumentaler Blickpunkt der neuen Hauptachse bis 1910 errichtet. Der Entwurf des Leipziger Stadtbaurats Otto Wilhelm Scharenberg für die Kapellenanlage mit Krematorium orientierte sich an den hochromanischen Bauten des Rheinlandes. Anregungen dürfte der Architekt zum Beispiel von der Klosterkirche Maria Laach erhalten haben.

So altertümlich das Erscheinungsbild des ausgedehnten Komplexes auch ist, funktional war es hochmodern. Denn es beherbergte die sechste Feuerbestattungsanlage Deutschlands. Damit wurde in Leipzig sehr früh auf einen neuen Trend im Bestattungswesen reagiert. Nach Fertigstellung der Anlage legte Scharenberg auf der Südseite noch ein Kolumbarium zur Aufbewahrung der Urnen von Verstorbenen an. Bei der Gestaltung griff der Architekt auf antik-altchristliche Formen zurück. Die Kolumbarium-Arkaden öffnen sich zu einem beeindruckenden, heiteren landschaftlichen Raum, dessen Mittelpunkt ein sanft geschwungener Teich bildet und der Assoziationen an das Paradies weckt.

Dahinter beginnt die Süderweiterung des Friedhofs, die ab den 1920er Jahren belegt wurde. Nun kamen verstärkt geometrische Formen bei der Gestaltung und Strukturierung des waldartigen Areals zum Tragen. Der Südfriedhof vereinigt nicht nur hervorragende Beispiele der Grabmalkunst, sondern ist auch ein großes Denkmal für die Geschichte der Parkgestaltung.

(Autor: Tim Tepper)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Samuel Heinicke 1727 - 1790 • Gehörlosenpädagoge

Nr. 2
Gustav Najork 1840 - 1895 • Papierfabrikant

Nr. 3
Christian Fürchtegott Gellert 1715 - 1769 • Schriftsteller; Dozent

Nr. 4
Friedrich August Ulrich 1846 - 1911 • Brauereibesitzer

Nr. 5
Hermann Julius Meyer 1826 - 1909 • Verleger, Verlagsbuchhändler

Nr. 6
Heinrich Bruno Oehlschlegel 1840 - 1899 • Baumeister

Nr. 7
Julius Friedrich Meißner 1837 - 1918 • Fabrikbesitzer, Kommerzienrat

Nr. 8
August Wilhelm Oelssner 1842 - 1906 • Inhaber einer Speditions- und Kommissionsfirma

Nr. 9
Max Bruno Löffler 1855 - 1927 • Apotheker

Nr. 10
Heinrich Hermann Schaub - 1909 • Kaufmann

Nr. 11
Marinus van der Lubbe 1909 - 1934 • Maurer

Nr. 12
Friedrich Nachod 1853 - 1911 • Kaufmann, Bankier

Nr. 13
Adolf Lehnert 1862 - 1948 • Bildhauer

Nr. 14
Carl Heinrich Carsten Reinecke 1824 - 1910 • Komponist, Dirigent, Gewandhauskapellmeister

Nr. 15
Walter Queck 1871 - 1906 • Maler

Nr. 16
Oskar von Hase 1846 - 1921 • Verleger, Teilhaber des Musikalienverlags Breitkopf und Härtel

Nr. 17
Ferdinand Eduard Ullstein 1862 - 1912 • Papierfabrikant, Inhaber der Papiergroßhandlung H. H. Ullstein, Leipzig

Nr. 18
Emil Franz Hänsel 1870 - 1943 • Architekt

Nr. 19
Friedrich Richard Bretschneider 1869 - 1942 • Arzt

Nr. 20
Ernst Traugott Fritzsche 1851 - 1916 • Fabrikbesitzer

Nr. 21
Denkmale für das 107. und 245. Infanterie-Regiment - •

Nr. 22
Arthur Schindler 1881 - 1928 • Bankdirektor

Nr. 23
Wilhelm Heinrich Wetzold 1834 - 1914 • Baumeister

Nr. 24
Sozialistischer Ehrenhain - •

Nr. 25
Helene ("Lene") Alma Voigt, geb. Wagner 1891 - 1962 • Schriftstellerin, Mundartdichterin

Nr. 26
Wolfgang Walter Mattheuer 1927 - 2004 • Maler, Grafiker, Bildhauer

Nr. 27
Carl Ludwig Seffner 1861 - 1932 • Bildhauer

Nr. 28
Hubert Leopold Offermann 1837 - 1919 • Direktor der Leipziger Wollkämmerei

Nr. 29
Leonhard Julius Treusch 1876 - 1954 • Juwelier

Nr. 30
Josef Mágr 1861 - 1924 • Bildhauer

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