Öffnungszeiten


Adresse
Saarbrückenstraße 1
24114 Kiel


Anfahrt
Buslinien 51, 52, 81 und 82, Haltestellen Saarbrückenstraße/ Südfriedhof.
Mit dem Auto von Norden über die B 76 (Olof-Palme-Damm, Abfahrt 215-Westring-Saarbrückenstraße), von Westen über die A 215 (Westring-Saarbrückenstraße) und von Süden über die B 76 oder B 404 (Theodor Heuss Ring bis Abfahrt Südfriedhof Saarbrückenstraße).
Parkplätze in der Saarbrückenstraße vor dem Friedhof, oder in der Melanchthonstraße und Mo-Fr von 7-16 Uhr auf dem Friedhof am Haupttor.


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Seit Mitte des 19. Jahrhunderts stiegen die Einwohnerzahlen der Stadt Kiel erheblich an. Auslöser waren neben der allgemeinen Industrialisierung insbesondere der Ausbau des Hafens zum Reichskriegshafen im Jahre 1871, der Bau des Nord-Ostsee-Kanals und der forcierte Ausbau der Werftindustrie. Der durch den Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 eingeleitete und 1867 vollzogene Prozess der Eingliederung Schleswig-Holsteins in das preußische Königreich führte zu einer Stabilisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse.

Der im 13. Jahrhundert gegründete St. Jürgen-Friedhof, der seit 1793 fast alle verstorbenen Bürger Kiels aufnahm, reichte bald nicht mehr aus und musste 1909 geschlossen werden. Das Stadtkonsistorium erwarb 1865 und 1866 auf dem Stadtfeldkamp mehrere Grundstücke zur Anlage eines Friedhofes. Der als Redakteur der „Kieler Nachrichten“ gut informierte Landschaftsgärtner Wilhelm Benque (1814-1895) schuf 1866 einen ersten Plan für einen damals hochmodernen Parkfriedhof. Nach einer geforderten Überarbeitung konnte der Plan seit 1867 umgesetzt und der „Neue Friedhof“ am 30. April 1869 eingeweiht werden. Er gilt als erster reiner Parkfriedhof Deutschlands.

Der zwischen dem Winterbeker Weg und der Kirchhofallee gelegene Begräbnisplatz weist nahe dem Haupteingang den künstlich angelegten Kapellenberg auf, der insbesondere die monumentalen Erbbegräbnisse des wohlhabenden Bürgertums trägt. Im Feld F gab es einen Teich, der heute leider nicht mehr vorhanden ist, jedoch ein gestalterisches Vorbild für zahlreiche andere Friedhöfe in Norddeutschland wurde. Die Anlage ist noch heute durch die Vermeidung jeglicher Achsenbildung und regelmäßiger Anordnung der einzelnen Gräberfelder gekennzeichnet.

Am Haupteingang zur Melanchthonstraße hin entstand 1867 eine Leichenhalle mit Leichendienerwohnung nach Entwürfen des Stadtbaumeisters Gustav Ludolf Martens. Im „Dreikaiserjahr“ 1888 sowie 1889 mussten Erweiterungsflächen erworben werden, so dass der nur 4 Hektar große Friedhof eine ungefähre Ausdehnung von 13 Hektar erhielt. 1890 konnte die alte Halle zu einer Friedhofskapelle erweitert werden. Weitere Umbauten fanden 1928 und 1935 statt. 1948 erfolgte beim Wiederaufbau eine erneute Umgestaltung. 1901 wurde der Friedhof „Eichhof“ eröffnet und der nun alte Friedhof erhielt den Namen „Südfriedhof“. Der Name übertrug sich auf den ganzen Stadtteil, der als „Kiel-Südfriedhof“ bekannt ist.

Auf dem Friedhof wurden zwischen 1869 und 1900 fast 35.600 Tote beigesetzt. Erste Urnenbeisetzungen erfolgten 1903. In den 1920er Jahren wurden die Reihengrabquartiere zugunsten von Wahlstellen aufgegeben, architektonisch neu gestaltet und von Buchenhecken durchzogen. Bäume wurden in diesen Bereichen als Solitäre, Randbepflanzung oder betonte Eckgruppen angepflanzt und damit der besondere Charakter des Friedhofs fortentwickelt. 1995 erfolgte die Unterschutzstellung durch die Denkmalpflege.

(Autor: Jörg Kuhn)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
August Anton Heinrich Sartori 1837 - 1903 • Schiffsmakler, Reeder, Kommunalpolitiker

Nr. 2
Louis Johann Christoph Brandau 1839 - 1889 • Maurermeister, Baubeamter, Bauunternehmer

Nr. 3
Emil A. F. A. Jacobsen 1855 - 1923 • Unternehmer, Brauereibesitzer, Lokalpolitiker

Nr. 4
Hans Wilhelm Ahlmann 1817 - 1910 • Ökonom, Unternehmer, Zeitungsgründer, Politiker

Nr. 5
Paul Johann Friedrich Wassily 1868 - 1951 • Mediziner, Maler, Kunstmäzen

Nr. 6
Carl (Karl) Heinrich Christian Bartels 1822 - 1878 • Mediziner, Hochschullehrer

Nr. 7
Klaus Johann Groth 1819 - 1899 • Lehrer, Schriftsteller, Dichter

Nr. 8
Heinrich Moldenschardt 1839 - 1891 • Architekt

Nr. 9
Hermann Luppe 1874 - 1945 • Jurist, Staatswissenschaftler, Beamter, Politiker

Nr. 10
Hermann Kobold 1858 - 1942 • Astronom, Hochschullehrer

Nr. 11
Werft-Opfer - 1895 •

Nr. 12
Alexander Karl Martin Niepa 1841 - 1910 • Kaufmann, Journalist, Politiker

Nr. 13
Adolph Balthasar Richard Anton Müllenhoff 1831 - 1893 • Bildhauer

Nr. 14
Christian Ferdinand Petersen 1845 - 1908 • Mediziner, Chirurg, Hochschullehrer

Nr. 15
Theodor Wille 1818 - 1892 • Kaufmann, Unternehmer, Plantagenbesitzer

Nr. 16
Adam Friedrich Adamson Graf von Moltke 1816 - 1885 • Jurist, Politiker

Nr. 17
Gustav Adolf Neuber 1850 - 1932 • Mediziner, Chirurg, Kommunalpolitiker

Nr. 18
Claus Harms 1778 - 1855 • Müller, Theologe, Pastor

Nr. 19
Wilhelm Hermann Heinrich Leonhard Halfmann 1896 - 1964 • Theologe

Nr. 20
Joachim Ludwig Heinrich Daniel Bünsow 1821 - 1910 • Landschaftsmaler

Nr. 21
Henning Lass 1904 - 1925 •

Nr. 22
Johann Hinrich Otto Meyer 1829 - 1904 • Müller, Theologe, Pädagoge, Redakteur, Dichter

Nr. 23
Johann August Wilhelm von Witzendorff 1776 - 1838 • Militär, Offizier in dänischen Diensten

Nr. 24
Albert Friedrich Hänel 1833 - 1918 • Jurist, Hochschullehrer, Politiker

Nr. 25
Heinrich Johannes Georg Mölling 1825 - 1888 • Jurist, Politiker, Bürgermeister

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