Öffnungszeiten
März bis September: 8 - 21 Uhr / Oktober bis Februar: 8 - 18 Uhr
Fürstengruft: Sommer Mi - Mo 10 - 18 Uhr / Winter Mi - Mo 10 - 16 Uhr/ Eintritt: Erw. 4 € | erm. 3 € | Schüler 1 €
(Wechsel der Sommer- und Winteröffnungszeiten mit Umstellung der Uhrzeit: »Sommer« ab dem letzten Sonntag im März, »Winter« ab dem letzten Sonntag im Oktober)


Adresse
Am Poseckschen Garten
99423 Weimar


Anfahrt
Pkw: A4, Abfahrt Weimar, B85 Richtung Zentrum
ÖPNV: ab Hbf. Weimar mit Bus 5 Richtung Klinikum oder Bus 6 Richtung Niedergrunstedt/ Lindenstraße, Ausstieg/Haltestelle "Am Poseckschen Garten"


  03643/ 745 0
  03643/ 745 420


 Webseite

Als Nachfolger des Jakobskirchhofs wurde der Historische Friedhof Weimar 1818 feierlich geweiht. Er gehört zu den bedeutendsten und meistbesuchten Friedhöfen Deutschlands. 1998 hat die UNESCO den Historischen Friedhof mit Fürstengruft und Russisch-Orthodoxer Kapelle als Teil des Ensembles „Klassisches Weimar“ in die Welterbeliste aufgenommen.

Der nach Vorbild der Friedhöfe in Dessau und Herrnhut angelegte nördliche Friedhofsteil hatte seinen Haupteingang mittig im Osten der Anlage, der heutigen Karl-Haußknecht-Straße. Eine Quer- und eine Längsallee bilden das strenge Grundgerüst der Vierfelderanlage. Innerhalb der vier Grabquartiere, die wiederum durch Wegekreuze gegliedert sind, wurden Reihenbestattungen durchgeführt. Entlang der Umfassungsmauer befinden sich Erbbegräbnisstätten, die vielfach Zeugnis der Erstbelegung sind.

Von 1823-27 ließ Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach die Fürstengruft durch Oberbaudirektor Clemens Wenzeslaus Coudray am damaligen südlichen Ende des Friedhofs errichten. Sie diente der Fürstenfamilie als letzte Ruhestätte und beherbergt zudem die Sarkophage von Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller. Nach den Plänen des Oberbaudirektors Ferdinand Streichhan wurde 1860-62 an der Südseite der Fürstengruft auf geweihter russischer Erde die Russisch-Orthodoxe Kapelle für die aus Russland stammende Großherzogin Maria Pawlowna errichtet. Eine unterirdische Verbindung von der Kapelle zum Gewölbe der Fürstengruft erlaubte es, den Sarg von Maria Pawlowna gewissermaßen an der Seite ihres Gatten, des Großherzogs Carl Friedrich, aufzustellen.

Mit der südlichen Erweiterung der Friedhofsanlage ab 1835, musste die seit 1815 vorhandene Landes-Central Baumschule verlegt werden. Ab 1861 wurde der Friedhof in westlicher Richtung erweitert, wofür die Schardtsche Begräbnisstätte am Ende der Querallee - vom einstigen Haupteingang kommend - geopfert und erst 1907 wieder aufgebaut wurde. Die Gedächtnishalle im nördlichen Friedhofsteil wurde 1878/79 ebenfalls nach einem Entwurf Streichhans erbaut. Seit Abriss der Leichenhalle 1907 befindet sich der Haupteingang zum Historischen Friedhof im Norden.

Der Historische Friedhof zeichnet sich durch seine erhaltenen Strukturen aus Umfassungsmauer, Wegesystem, Bauten und zahlreichen Grabanlagen der klassischen und nachklassischen Zeit aus. Sein außergewöhnlicher Wert liegt in der Geschlossenheit der ursprünglichen Anlage und in seiner hohen Bedeutung als Erinnerungsort an das „Klassische Weimar“ und das sogenannte „Silberne Zeitalter“ unter den Großherzögen Carl Friedrich und Carl Alexander im 19. Jahrhundert.

(Autorin: Sigrun Därr)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Gedächtnishalle - •

Nr. 2
Christian August Vulpius 1762 - 1827 • Schriftsteller, Bibliothekar

Nr. 3
Carl Ludwig Oels 1771 - 1833 • Schauspieler

Nr. 4
Wilhelm Ernst Christian Huschke 1760 - 1828 • Arzt, Hofrat

Nr. 5
Friedrich Wilhelm Riemer 1774 - 1845 • Philologe, Bibliothekar, Geheimer Hofrat

Nr. 6
Anna Dillon 1760 - 1823 • Hofdame Maria Pawlownas

Nr. 7
Johann Peter Eckermann 1792 - 1854 • Schriftsteller, Dichter

Nr. 8
Fürstengruft (Fürstenfamilie, Goethe und Schiller) - •

Nr. 9
Russisch-Orthodoxe Kapelle - •

Nr. 10
Stephan Sabinin 1789 - 1863 • Geistlicher

Nr. 11
Constanze Gräfin von Fritsch 1781 - 1858 • Großherzogliche Oberhofmeisterin

Nr. 12
Euphrosyne-Denkmal - •

Nr. 13
Rudolf Grosch 1837 - 1911 • Stadtrat

Nr. 14
Carl Wieland 1779 - 1856 • Großherzoglicher Rechnungsrat

Nr. 15
Carl Wilhelm Constantin Stichling 1767 - 1836 • Jurist, Kammerpräsident

Nr. 16
Carl Haussknecht 1838 - 1903 • Professor, Botaniker, Hofrat

Nr. 17
Ludwig Friedrich von Froriep 1779 - 1847 • Chirurg, Hochschullehrer, Verleger

Nr. 18
Eleonore Maximiliane Ottilie Louise Gräfin Henckel von Donnersmarck 1756 - 1843 • Oberhofmeisterin

Nr. 19
Johann Nepomuk Hummel 1778 - 1837 • Pianist, Komponist, Dirigent; Kapellmeister

Nr. 20
Theodor Hagen 1842 - 1919 • Landschaftsmaler, Professor

Nr. 21
Otilie von Goethe 1796 - 1872 •

Nr. 22
Johannes Daniel Falk 1768 - 1826 • Schriftsteller, Sozialpädagoge, Legationsrat

Nr. 23
Carl Lebrecht Schwabe 1778 - 1851 • Hofrat, Bürgermeister von Weimar

Nr. 24
Carl Friedrich Anton von Conta 1778 - 1850 • Jurist, Politiker, Legationsrat

Nr. 25
Clemens Wenzeslaus Coudray 1775 - 1845 • Großherzoglicher Oberbaudirektor, Architekt

Nr. 26
Charlotte von Stein 1742 - 1827 • Hofdame

Nr. 27
Philipp Anton Hirsch 1793 - 1846 • Steinhauermeister

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