Öffnungszeiten
Der Friedhof ist ganzjährig geöffnet


Adresse
Philosophenweg 1
07743 Jena


Anfahrt
Bus 16, Haltestelle Johannisplatz


  (0 36 41) 57 38 36


 Webseite

Der Johannisfriedhof wurde erstmals 1307 urkundlich erwähnt. Er lag ursprünglich vor den Toren Jenas und zog sich von der heutigen Wagnergasse aus bergan Richtung Norden. Der Friedhof gehörte zur katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist des Dorfes Leutra. Mit der Reformation wurde aus der katholischen Pfarrkirche eine evangelische Begräbniskapelle, die im 17. Jahrhundert zunehmend verfiel. Seit 1806 ist die Kirche St. Johannes Baptist wieder eine römisch-katholische Kirche, denn Napoleon Bonaparte schenkte sie der katholischen Gemeinde um den französischen Emigranten Gabriel Henry.
Die Kirche auf dem Friedhof, die heutige Friedenskirche, ist ein protestantischer Barockbau. Sie wurde 1686-93 als Herzog Johann-Georg-Kirche neu erbaut, als Jena für 18 Jahre ein eigenständiges Herzogtum war. 1743 wurde die Kirche der Garnison-Gemeinde zugewiesen, weshalb sie bis 1946 den Namen Garnisonkirche trug.
Der Friedhof musste im Laufe der Jahrhunderte mehrmals erweitert werden. Davon zeugen die Mauern innerhalb des Friedhofs, die früher Außenmauern waren. Der Friedhof mit der evangelischen Friedenskirche wurde 1938 von der katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist räumlich getrennt, als die heutige Straße des 17. Juni zur Verbindung nach Weimar gebaut wurde. Grabtafeln und Skulpturen wurden an die Friedenskirche umgesetzt. 1950 wurde der Johannisfriedhof als Begräbnisstätte geschlossen und 1981 unter Denkmalschutz gestellt.
Der Johannisfriedhof mit seiner einzigartigen Flora und Fauna auf engem Raum ist eine Oase inmitten der Stadt Jena. Auf dem Friedhof gibt es 1.045 Grablegen, die namentlich und räumlich zugeordnet werden können. Viele bedeutende Persönlichkeiten der Stadt Jena und der Universität aus der Zeit des 17. bis 20. Jahrhunderts sind hier zur letzten Ruhe gebettet worden. Unter den erhaltenen Grabstätten finden sich einige aus der Ära des Barock mit den typischen Merkmalen: Totenkopf, Sanduhr, Sensenmann und Schmetterling. Seit 2014 unterstützt ein Förderverein die Kirchengemeinde bei der Pflege des historischen Friedhofs.
(Autor: Förderverein Johannisfriedhof Jena)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Johannes Lauterbach 1657 - 1719 • Magister, Rektor und Philosophischer Adjunkt

Nr. 2
Kreuzwegstation - •

Nr. 3
Richard Loening 1848 - 1913 • Jurist, Universitätsprofessor

Nr. 4
Carl Zeiss 1816 - 1888 • Mechaniker, Firmengründer

Nr. 5
Heinrich Ludwig Maurer 1818 - 1885 • Großherzogl. Hofgärtner

Nr. 6
Julius Schnauß 1827 - 1895 • Chemiker, Fotograf

Nr. 7
Carl Timler 1836 - 1905 • Maurermeister, Architekt

Nr. 8
Caroline von Wolzogen, geb. v. Lengefeld 1763 - 1847 • Schriftstellerin

Nr. 9
Karl Ludwig von Knebel 1744 - 1834 •

Nr. 10
Johanna Henriette Schopenhauer, geb. Trosiener 1766 - 1838 • Salonnière, Schriftstellerin

Nr. 11
August Karl von Hase 1800 - 1890 • Theologe

Nr. 12
Hans Berger 1873 - 1941 • Mediziner

Nr. 13
Johann Wolfgang Döbereiner 1780 - 1849 • Chemiker, Pharmazeut

Nr. 14
Johann Christian Stark 1753 - 1811 • Geburtshelfer, Chirurg, Leibarzt am Weimarer Hof

Nr. 15
Karl Volkmar Stoy 1815 - 1885 • Pädagoge

Nr. 16
Carl Friedrich Ernst Frommann 1765 - 1837 • Verleger, Buchhändler

Nr. 17
Ehemaliges Erbbegräbnis Bezel - •

Nr. 18
Johann Jakob Griesbach 1745 - 1812 • Theologe

Nr. 19
Godhard Friedrich Julius Prüssing 1828 - 1903 • Fabrikant

Nr. 20
Carl Julius Moritz Seebeck 1805 - 1884 • Pädagoge, Diplomat und Universitätskurator

Nr. 21
Friedrich Gottlob Schulze 1795 - 1860 • Landwirt, Nationalökonom

Nr. 22
Heinrich Wilhelm Ferdinand Wackenroder 1798 - 1854 • Pharmazeut

Nr. 23
Friedrich Kreußler 1632 - 1707 • Fechtmeister

Nr. 24
Immanuel Christian Wilhelmi 1745 - 1827 • Hofapotheker, Freund von Carl August und Goethe

Nr. 25
Bruno Hildebrand 1812 - 1878 • Wissenschaftler, Statistiker, Politiker

schließen