Öffnungszeiten
Der Friedhof ist ganzjährig geöffnet


Adresse
Iburger Straße 54
49082 Osnabrück


Anfahrt
Busverbindung: Linie 51/52, Haltestelle Magdalenenstraße oder Johannisfriedhof, Linie 21, 53 61/62, Haltestelle Lutherkirche


  (0541) 323 2251


 Webseite

Von 1807 bis 1813 gehörte Osnabrück zum Königreich Westfalen, welches von dem jüngeren Bruder Napoleons, Jérome Bonaparte, geführt wurde. Traditionell bestattete man die Toten damals um und in Kirchen oder neben Hospizen und Krankenhäusern. Dies führte Anfang des 19. Jahrhunderts zu Platzmangel und hygienischen Missständen – auch in Osnabrück. Schon 1804 hatte Napoleon deshalb das Dekret über das Bestattungswesen erlassen, welches unter anderem die Bestattung innerhalb der Stadtmauern untersagte. Ab dem 1. April 1808 galt dies auch in Osnabrück. Daher wurden 1808 vor der Osnabrücker Stadtmauer zwei Friedhöfe errichtet: Der "Todtenhof vor dem Hasetore", der Hasefriedhof, für die Bürger der Altstadt und der "Todtenhof vor dem Johannistore", der Johannisfriedhof, für die Bürger der Neustadt.

Der Hasefriedhof mit einer Ausdehnung von etwa 10,5 ha befindet sich im Norden der Stadt. Er gliedert sich in sechs Abteilungen und weist als Besonderheiten eine Kriegsgräberanlage sowie eine Kapelle aus dem Jahre 1866 auf.
Der Johannisfriedhof im Süden der Stadt erstreckt sich über eine Fläche von etwa 6,6 ha. Er gliedert sich in fünf Abteilungen und beinhaltet ein Ehrenfeld der Gefallenen des Ersten Weltkriegs, ein Bombenopferfeld für Getötete des Zweiten Weltkriegs sowie eine Kapelle aus dem Jahre 1875.
Die heute denkmalgeschützten Friedhöfe wurden Abteilung für Abteilung erschlossen. Dies ist auch an den Friedhofsmauern abzulesen, die jede Abteilung ganz umschließen und so eine besondere Atmosphäre schaffen.
Die letzten Beisetzungen fanden auf beiden Friedhöfen im Jahre 1995 statt. Beide Friedhöfe weisen eine Vielzahl erhaltener Grabmale aus 187 Jahren durchgehender Bestattungen auf. Zahlreiche für die Stadt Osnabrück sowie darüber hinaus bedeutende Persönlichkeiten, aber auch sogenannte „einfache Menschen“, die erst in der historischen Nachbetrachtung ihre Bedeutung erfuhren, fanden hier ihre letzte Ruhe. Hier kann wie in steingehauenen Geschichtsbüchern 200 Jahre Osnabrücker Vergangenheit entdeckt werden. Darüber hinaus sind beide Friedhöfe auch aufgrund ihrer verwunschenen Atmosphäre mit vielen Großbäumen und vieler kultureller Veranstaltungen einen Besuch wert.
(Autor: Niels Biewer)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 14
Torpfeiler Johannisfriedhof - •

Nr. 15
Johann Mathias Seling 1792 - 1860 • Kaplan an St. Johann

Nr. 16
Clemens Lipper 1742 - 1813 • Kanoniker des Kollegiatstifts St. Johann

Nr. 17
Heinrich Riepe 1894 - 1962 • Lehrer, Schriftsteller

Nr. 18
Marie Sophie Margarete Immeyer, geb. Schulz 1892 - 1951 •

Nr. 19
Kriegsgräberfeld Zweiter Weltkrieg - •

Nr. 20
Bernhard Wieman 1872 - 1940 • Jurist, Schriftsteller

Nr. 21
Franz Hecker 1870 - 1944 • Kunstmaler

Nr. 22
Lukas Memken 1860 - 1934 • Bildhauer

Nr. 23
Hermann Hammersen 1856 - 1908 • Fabrikant

Nr. 24
Gustav Tweer 1893 - 1916 • Flugpionier

Nr. 25
Otto Hasenclever 1888 - 1920 • Hauptmann

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