Öffnungszeiten
Friedhof Ohlsdorf
April-Okt. 8:00 - 21:00 Uhr
Nov.-März 8:00 - 18:00 Uhr

Jüdischer Friedhof Ohlsdorf Öffnungszeiten:
Montag-Freitag 8:00 - 16:00 Uhr
Sonntag 10:00 - 16:00 Uhr
Samstag und an jüdischen Feiertagen geschlossen
Männer sollten auf jeden Fall eine Kopfbedeckung tragen, um die Würde der Verstorbenen nicht zu verletzen.


Adresse
Fuhlsbüttler Straße 756
22337 Hamburg


Anfahrt
Von allen drei Fernbahnhöfen Hamburgs (Altona, Dammtor, Hauptbahnhof) fährt die S-Bahn-Linie S 11 in Richtung Ohlsdorf. Vom Hauptbahnhof fährt zusätzlich die S 1 sowie die U-Bahn-Linie U 1 den S und U-Bahnhof Ohlsdorf an.


  040/ 593 88 - 0
  040/ 593 88 - 777


 Webseite

Der Ohlsdorfer Friedhof gilt mit seinen 391 Hektar – das ist ungefähr die Größe von 800 Fußballfeldern – als der größte Begräbnisort und zugleich als größter Parkfriedhof der Welt.

Als er 1877 eröffnet wurde, erhielt hier zum ersten Mal in Hamburg jeder Tote seine eigene Grabstelle. Auf den alten Friedhöfen war bis dahin für die Armen immer eine Grube geöffnet gewesen, die mit Brettern abgedeckt und erst nach der Beisetzung von bis zu fünfzehn Toten mit Erde geschlossen worden war. Außerdem stand der Ohlsdorfer Friedhof den Angehörigen aller Konfessionen offen, während man zuvor streng nach dem Glaubensbekenntnis beerdigt hatte. Noch heute kann hier jeder, der es wünscht, ein Grab erwerben.

Anfangs wurden in Ohlsdorf nur die Armen beerdigt. Wer es sich leisten konnte, behielt sein Grab auf kirchlichen Friedhöfen in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadt. Ohlsdorf lag damals noch weit draußen im Grünen. Beliebter wurde der Friedhof erst zwanzig Jahre nach seiner Eröffnung, als die alten Friedhöfe geschlossen wurden. Zu diesem Zeitpunkt war die landschaftlich gestaltete Anlage mit geschwungenen Teichen und parkartigen Partien zu einem großen Teil fertiggestellt. Nach dem Vorbild amerikanischer Parkfriedhöfe wies der erste Friedhofsdirektor Wilhelm Cordes den großen Familiengräbern eigene Plätze im Waldteil an. Diese Grabstätten bildeten kleine Privatfriedhöfe mit aufwändigen Grabmalen.

Die neue Friedhofsanlage wurde bald über Hamburgs Grenzen hinaus berühmt. Eine Reihe anderer Städte ahmte sie nach. Auf der Pariser Weltausstellung von 1900 erhielt der Ohlsdorfer Friedhof sogar einen Grand Prix.

Als nach dem Ersten Weltkrieg der Friedhof erweitert und damit in seiner Größe fast verdoppelt wurde, war der landschaftliche Stil nicht mehr en vogue. Der Garten- und Friedhofsdirektor Otto Linne schuf eine gartenarchitektonisch gestaltete Anlage mit streng geometrischen Formen. Im Rahmen der Friedhofsreformbewegung nahm Linne auch Einfluss auf die Grabmalgestaltung. Er orientierte sich an der Idee der sozialen Gleichheit und vereinheitlichte die Grabstätten in neuen Grabquartieren, deren Reihen durch wandartige Hecken getrennt wurden.

Heute hat die Natur die künstlerische Gestaltung weitgehend verwischt. Immerhin gedeihen auf dem Friedhof annähernd 500 Gehölzarten. Und die Rhododendronblüte Anfang Juni verzaubert ihn in ein wahres Blütenmeer. Trotz aller Schönheit sollte man bei einem Besuch des Ohlsdorfer Friedhofs aber nicht vergessen, dass er zwar ein Park, aber auch ein Ort der Trauer, des Abschiednehmens, der Erinnerung und der stillen Einkehr ist.

(Autorin: Barbara Leisner)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Althamburgischer Gedächtnisfriedhof ellt - •

Nr. 2
Gustaf Gründgens 1899 - 1963 • Schauspieler, Regisseur, Intendant

Nr. 3
Ida Ehre 1900 - 1989 • Schauspielerin, Regisseurin, Intendantin

Nr. 4
Inge Meysel 1910 - 2004 • Schauspielerin

Nr. 5
Grabmal Rübcke (ehemals Gerstenkorn) - •

Nr. 6
Albert Ballin 1857 - 1918 • HAPAG-Generaldirektor

Nr. 7
Casse der Stücken von Achten 1885 - • Gemeinschaftsanlage

Nr. 8
Ferdinand Laeisz 1801 - 1887 • Großkaufmann und Reeder

Nr. 9
Schiffsoffiziere der Handelsmarine, Denkmal 1920 - •

Nr. 10
Mahnmal für die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung htet - •

Nr. 11
Richard Ohnsorg 1876 - 1947 • Bibliothekar, Theaterleiter, Schauspieler

Nr. 12
Wolfgang Borchert 1921 - 1947 • Dichter, Schriftsteller

Nr. 13
Wilhelm Anton Riedemann 1832 - 1919 • Pionier der Tankschifffahrt

Nr. 14
Johann Wilhelm Cordes 1840 - 1917 • Friedhofsdirektor

Nr. 15
Felix Graf von Luckner 1881 - 1966 • Kapitän

Nr. 16
Johann Heinrich Burchard 1852 - 1912 • Bürgermeister, Rechtsanwalt

Nr. 17
Carl Hagenbeck 1844 - 1913 • Tierparkgründer

Nr. 18
Heinrich Traun 1838 - 1909 • Fabrikant und Sozialpolitiker

Nr. 19
August-Heerlein-Stift - •

Nr. 20
Heinrich Jacob Bernhard Freiherr von Ohlendorff 1836 - 1928 • Kaufmann

Nr. 21
Alfred Kerr (ursprünglich: Alfred Kempner) 1867 - 1948 • Schriftsteller, Theaterkritiker und Journalist

Nr. 22
Hans Albers 1891 - 1960 • Filmschauspieler

Nr. 23
Hans von Bülow 1830 - 1894 • Dirigent und Klaviervirtuose

Nr. 24
Eduard Amandus Lippert 1844 - 1925 • Kaufmann und Philanthrop

Nr. 25
Ernst-Christian Voss 1842 - 1920 • Ingenieur und Werftbesitzer

Nr. 26
Friedrich Wencke 1842 - 1905 • Kaufmann und Reeder

Nr. 27
Emily Ruete, geb. Sayyida Salme Prinzessin von Oman und Sansibar 1844 - 1924 •

Nr. 28
Grabmal-Freilichtmuseum der Ämtersteine - •

Nr. 29
Eric M. Warburg 1900 - 1990 • Bankier

Nr. 30
Franz Bach 1865 - 1935 • Architekt und Bauunternehmer

Nr. 31
Hermann Blohm 1848 - 1930 • Ingenieur und Werftbesitzer

Nr. 32
Carl Woermann 1813 - 1880 • Kaufmann und Reeder

Nr. 33
Siegfried Wedells 1848 - 1919 • Kaufmann und Mäzen

Nr. 34
Oscar Troplowitz 1863 - 1918 • Apotheker, Unternehmer und Kunstmäzen

Nr. 35
Garten der Frauen - •

Nr. 36
Grabstätte Primus-Opfer - 1902 • Liedertafel (sozialdemokratischer Arbeitersängerverein)

Nr. 37
Loki Schmidt 1919 - 2010 • Pädagogin, Naturschützerin

Nr. 38
Grabmal-Freilichtmuseum im Heckengarten eiht - •

Nr. 39
Juliane Louise Prinzessin von Ostfriesland 1657 - 1715 •

Nr. 40
Otto Linne 1869 - 1937 • Garten- und Friedhofsdirektor

Nr. 41
Heinz Erhardt 1909 - 1979 • Komiker, Schauspieler, Dichter, Komponist

Nr. 42
Bombenopferkreuz - •

Nr. 43
Gabriel Riesser 1806 - 1863 • Notar, Journalist, Politiker, erster jüdischer Richter in Deutschland

Nr. 44
Grabmale ehemaliger jüdischer Friedhöfe htet - •

Nr. 45
Ehrenanlage für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges eiht - •

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