Schließen X
Franz Liszt, Liszt-Denkmal in Weimar,
Franz Liszt
Pianist, Komponist, Dirigent, Abbé
* 22. Oktober 1811 in Raiding in Ungarn (heute Österreich)
+ 31. Juli 1886 in Bayreuth

Franz Liszt, Cosima Wagners Vater, war einer der berühmtesten Konzertpianisten seiner Zeit. Seine Reisetätigkeit als Klaviervirtuose war gewaltig und erstaunlich. Wie kaum ein anderer Künstler zu seiner Zeit bereiste er Europa: von Raiding über Paris, Rom, Weimar und Pest bis hin zu den äußersten Ausdehnungen des Kontinents: Glasgow, Konstantinopel, Kiew, Kopenhagen und Gibraltar. Der nach dem Urteil der Zeit sehr attraktive Franz Liszt wurde in kürzester Zeit in der Kulturwelt zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten. In seinem Reisepass stand im Jahr 1840: „Celebritate sua sat notus est!” - „Durch seine Berühmtheit ausreichend bekannt!“. Sein Wirken als Komponist war zu seinen Lebzeiten nicht im gleichen Maße geläufig. Heute kennen Viele seine „Ungarischen Rhapsodien“. 1886 kam Liszt nach Bayreuth, um bei den Festspielen Wagners Oper „Tristan und Isolde“ zu erleben. Den betagten Künstler schwächte eine schwere Erkältung. Dem Vernehmen nach soll der Hausarzt der Wagners, unbeabsichtigt, durch ein striktes Alkoholverbot den physischen Zusammenbruch des passionierten Cognactrinkers befördert haben. Liszt starb in unmittelbarer Nachbarschaft der Villa „Wahnfried“ im Haus von Ludwig Frölich, wo er gerne abstieg. Cosima lehnte einen trauerbedingten Abbruch der schon seit einer Woche laufenden Festspiele ab. Die Trauerfeier fand in der katholischen Kirche statt, wo Anton Bruckner an der Orgel über Themen aus Wagners „Parsifal“ improvisierte. Liszt hatte verfügt, an jenem Ort beigesetzt zu werden, wo er sterben würde. So wurde ihm auf dem Stadtfriedhof Bayreuth ein Erbbegräbnis geschaffen. Der romanisierende Gruftbau, ein Werk der Firma Wölfel, wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und fiel dem Abriss anheim. Erst 1978 konnte das Mausoleum anhand historischer Aufnahmen rekonstruiert werden. Im Giebel ist wieder zu lesen: „ICH WEISS, DASS MEIN ERLÖSER LEBT“. Im Innenraum erinnert Psalm 140 Vers 14: „Die Frommen werden vor deinem Angesicht bleiben“ an Liszts religiöse Bindung und seine 1865 erfolgte Weihe zum Abbé des Franziskanerordens. Viele Gedenktafeln belegen eindrücklich, dass der Weltbürger, Salonlöwe und erfolgreiche Pianist Franz Liszt unvergessen ist, besonders in seiner ehemaligen Heimat. In seinem Geburtshaus ist seit 1951 ein Liszt-Museum untergebracht. Seit 2006 feiert die ‚Franz Liszt Gesellschaft Burgenland‘ im ‚Franz-Liszt-Konzerthaus‘ im heute österreichischen Raiding den bekanntesten Sohn der Stadt mit einem Festival.

Jörg Kuhn         

Liszt
Grabnummer des Friedhofs und Lage: A 2b/560