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Carl Maria von Weber
Komponist, Musikdirektor
* 18. Dezember 1786 in Eutin
+ 5. Juni 1826 in London

Die letzte Ruhestätte des großen deutschen Komponisten Carl Maria von Weber ist auf diesem Friedhof ein Hauptanziehungspunkt. Jährlich kommen Heerscharen von Musikfreunden aus aller Welt zu diesem Grab gepilgert und gedenken des Schöpfers der romantischen Oper „Der Freischütz“. Das schlichte Grab wirkt durch die vorgestellte Stele mit einem klassizistischen dachartigen Giebelaufsatz vor der mit Quadersteinen gemauerten Rückwand besonders vornehm und elegant. Man will kaum glauben, dass diese zurückhaltende Grabanlage von keinem geringeren als Gottfried Semper gestaltet wurde. Der berühmte Architekt der Semperoper und des Wiener Hofburgtheaters hat hier eine völlig andere Bildsprache gewählt. Nichts ist von der überbordenden Opulenz seiner historisierenden Theaterbauten zu sehen. Vielmehr herrscht hier vornehme Zurückhaltung im klassizistischen Gestus.
Carl Maria von Weberkam 1786 im norddeutschen Eutin zur Welt. Nach einer unsteten Kindheit und Jugend, in der er durch seinen überehrgeizigen Vater von Musiklehrer zu Musiklehrer geschleppt wurde, begann Weber seine Karriere als Orchesterchef in Breslau. Trotz seiner unbestrittenen Fähigkeiten wurde er von den Musikern nicht angenommen. In ihren Augen war Weber noch zu jung für eine Chefposition. Nach einem missglückten Intermezzo am Hofe des württembergischen Herzogs, bei dem er nicht nur musikalische Aufgaben hatte, sondern auch für die Finanzen verantwortlich war – und prompt wegen Unterschlagung für 16 Tage in Haft musste, ging Weber als Kapellmeister nach Prag an das Ständetheater.
Danach war seine Karriere nicht mehr aufzuhalten. Seine erfolgreichsten Jahre hatte er als Musikdirektor in Dresden, wo er nicht nur die deutsche Opernkunst einführte, sondern mit dem „Freischütz“ die wichtigste deutsche romantische Oper komponierte.
Seine ohnehin stets angegriffene Gesundheit verschlechterte sich bei einem Englandaufenthalt. Dort starb er 39jährig und wurde in London bestattet. Doch die Tatsache, dass der deutsche Romantiker Weber im fernen England begraben wurde, ließ den Dresdner Künstlern keine Ruhe. Nach langen Verhandlungen und Geldsammlungen erreichten sie, dass 18 Jahre nach Webers Tod dessen sterbliche Überreste von London nach Dresden überführt werden konnten. Hier hielt Richard Wagner 1844 vor der mit Lyra und Lorbeer geschmückten Gruftplatte die festliche Abschiedsrede für sein großes musikalisches Vorbild Carl Maria von Weber.

Christoph Pötzsch         

Weber
Grabnummer des Friedhofs und Lage: Mauergrabstelle nördl. vom Gräberfeld F

Bekannter Architekt des Grabmals: Gottfried Semper