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Giacomo Meyerbeer,
Giacomo Meyerbeer
Komponist, Generalmusikdirektor
* 05. September 1791 in Rüdersdorf (Brandenburg)
+ 02. Mai 1864 in Paris

Der Komponist Giacomo Meyerbeer, der als Jacob Liepmann Meyer Beer in eine der führenden jüdischen Familien Berlins hineingeboren wurde, war der bekannteste der vier Söhne des Bankiers und Unternehmers Juda Jacob Herz Beer (1769-1825) und der Salonière Amalie Malka Wulff (1767-1854). An seinem Geburtsort, einem 2013 abgerissenen Gasthof in Tasdorf (bei Rüdersdorf) erinnerte eine Tafel an seine Geburt in einem Reisewagen. Sein Vater galt um 1815 als reichster Bürger Berlins, sein Großvater mütterlicherseits, Liepmann Meyer Wulff (1745-1812) wurde auch „Krösus von Berlin“ genannt. Meyerbeers Bruder Wilhelm (1797-1850), ein erfolgreicher Kaufmann und Kommunalpolitiker, betrieb seit 1829 in seinem Haus, an dessen Stelle etwa heute das Bundeskanzleramt steht, eine private Sternwarte. Ein anderer Bruder, Michael Beer (1800-1833), lebte als Dramaturg in München. Der junge Jacob Liepmann Meyer Beer, der als Giacomo Meyerbeer Berühmtheit erlangen sollte, wurde von Franz Seraphinus Lauska und Muzio Clementi zum Pianisten ausgebildet und trat 1801 zum ersten Mal öffentlich mit einem Klavierkonzert auf. Unter Carl Friedrich Zelter war er Mitglied der Berliner Singakademie. Ab 1810 nannte er sich Meyerbeer, was 1822 amtlich wurde. 1810-12 studierte er unter Abbé Georg Joseph Vogler in Darmstadt. 1812 wurde seine Oper „Jephtas Gelübte“ in München aufgeführt. 1813 weilte er in Wien, wo er bei Antonio Salieri studierte. Nach einem Aufenthalt in Paris ging er Ende 1815 nach Italien, um dort den durch Gioachino Rossini begründeten neuen italienischen Opernstil kennen zu lernen. 1824 nach Paris zurückgekehrt, nahm er Kontakt zu dem Dramatiker Eugène Scribe auf, der für vier Opern Meyerbeers das Libretto schrieb. Die Oper „Robert der Teufel“ wurde 1831 in Paris zu einem gewaltigen Erfolg, der mit der 1836 aufgeführten Oper „Die Hugenotten“ noch gesteigert wurde. Diese Werke trugen entschieden dazu bei, dass Meyerbeer heute als Hauptvertreter der französischen ‚Grand opéra‘ gilt. Seine Bedeutung für die Entwicklung der europäischen Oper im 19. Jahrhundert wird heute international anerkannt. 1826 heiratete Meyerbeer seine Cousine Minna Mosson (1804-1886), Tochter von Jeanette (1770-1847) und Joseph Mosson (1768-1834). 1842 wurde Meyerbeer von König Friedrich Wilhelm IV. zum Generalmusikdirektor der Berliner Oper ernannt. Seit 1846 dauerhaft beurlaubt, lebte er überwiegend in Paris, dem Uraufführungsort seiner bedeutendsten Opern.
Das als dreiflügelige Architektur angelegte Grabmal in klassizistischer Formensprache ist vermutlich 1850 nach einem Entwurf von Friedrich August Stüler errichtet worden. 1990/91 wurde es saniert und erhielt 2014 das rekonstruierte gusseiserne Gitter zurück.

Jörg Kuhn         

Meyerbeer
Grabnummer des Friedhofs und Lage: Feld W 1

Ehrengrab