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Alois Senefelder
Erfinder der Lithografie
* 6. November 1771 in Prag
+ 26. Februar 1834 in München

Alois Senefelder, Sohn des Münchner Hofschauspielers Peter Senefelder, studierte zunächst mit Erfolg Rechtswissenschaften und versuchte sich auch als Literat. Berühmt wurde er allerdings ab 1796 für seine Erfindung der Lithografie, ein Flachdruckverfahren, das zu rein reproduktiven, nicht zu künstlerischen Zwecken entwickelt, aber schon bald von Künstlern europaweit schöpferisch genutzt wurde. 1797 baute Senefelder eine brauchbare Stangen- bzw. Galgenpresse für das neue Druckverfahren; 1799 erfolgte dann die erste kommerzielle Anwendung der Lithografie, und zwar für den Notendruck. Der Erfolg blieb nicht lange aus, denn die Erstellung von Notenblättern im Steindruck kostete nur noch rund ein Fünftel des bis dahin eingesetzten Kupferstichs.
Bald schon wurde der Steindruck auch für Künstlergrafiken verwendet, nachdem der Nutzen der Lithografie – beispielsweise für die Vervielfältigung von Zeichnungen ohne Verfälschung der künstlerischen Handschrift – erkannt worden war. Als Senefelder 1809 Inspektor der königlichen Steindruckerei geworden war, wurden die nach Albrecht Dürers Originalzeichnungen kopierten Randzeichnungen im Gebetbuch Kaiser Maximilians sein erstes lithografisches Meisterwerk. 1826 gelang Senefelder schließlich der Druck farbiger Motive und 1833 der Druck auf Stein übertragener Ölgemälde auf Leinwand.
Die hohe künstlerische Wertschätzung, die Alois Senefelder von Zeitgenossen entgegengebracht wurde, zeigte sich zum einen darin, dass Georg Nagler 1846 in seinem „Künstler-Lexicon“ dem Lithografen einen dreißigseitigen Artikel widmete. Zum anderen war es der bayerische König Ludwig I., der 1834 für Senefelder eine Grabstelle auf dem Alten Südlichen Friedhof erwarb und – wie auch die Inschrift bezeugt – ihm ein Grabmal errichtete; ein Zeichen der Huldigung, das der König des Öfteren auf diesem Friedhof verdienten Personen erwies. Der Steinmetz Franz Höllriegel fertigte eine sich leicht nach oben verjüngende klassizistische Stele mit profilierter Rahmung des Inschriftenfelds. Höllriegel beendete die Arbeit nachweislich im November 1834, wofür er 258 Gulden aus der Kabinettskasse erhielt. Dass die Gestaltung trotz ihrer Schlichtheit als mustergültig angesehen wurde, belegt die Abbildung im Tafelwerk „Auswahl der vorzüglichsten Denkmäler des Münchner Kirchhofes“ (erschienen 1839-41). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Grabstein allerdings in so ruinösem Zustand, dass eine weitgehend identische Kopie – diesmal aus beständigerem Kelheimer Kalkstein – angefertigt werden musste.

John Ziesemer         

Senefelder
Grabnummer des Friedhofs und Lage: Grabfeld 5, Reihe 2, Grabnummer 1

Ehrengrab
Bekannter Architekt des Grabmals: Künstler: Franz Höllriegel