Öffnungszeiten


Adresse
Alter Friedhof Freiburg
Karlstr. 37 - 39
79104 Freiburg im Breisgau


Anfahrt
Von Hauptbahnhof Freiburg mit der Tram 4 (Richtung Okenstraße) bis Haltestelle Tennenbacher Straße, Fußweg zum Friedhofseingang Karlstraße ca. 6. Minuten.



 Webseite

Fast 190 Jahre lang von 1683 bis 1872 war der Alte Friedhof die Hauptbegräbnisstätte für die Einwohner Freiburgs. Zuvor war der allgemeine Kirchhof bei der Pfarrkirche, dem Freiburger Münster, mitten in der Stadt angesiedelt. Um die Seuchengefahr zu bannen, wurde er 1515 in die Neuburg verlegt. Wegen des Festungsbaus unter französischer Herrschaft wurde auch dieser Friedhof aufgehoben und noch weiter nach Norden an seinen heutigen Standort verlagert. Mehrfach musste das Friedhofsareal erweitert werden, bis am Allerheiligentag 1872 hier die letzte Beerdigung stattfand.
Nach der Schließung bestimmte die Stadtverwaltung, dass der Friedhof als solcher bestehen bleibe, solange die Bevölkerung die Grabstätten der Vorfahren noch „ehrt“. 1914 entzog der Stadtrat die Anlage endgültig jeglichen Bebauungsvorhaben. Sie steht heute unter Denkmalschutz.
Der Alte Friedhof ist mit knapp 2,7 Hektar das größte flächenhafte Naturdenkmal in Freiburg. Das parkartige Gelände wird von der Freiburger Bevölkerung gerne als wertvoller Naherholungsraum genutzt. Das Areal wird ringsum von einer steinernen Mauer umschlossen, die erst 1788 aufgrund des Dekrets von Kaiser Joseph II. errichtet wurde. In diese Mauer wurden von da an Wandnischengrabmale eingelassen, die zu sehr begehrten Grabmalstätten avancierten. Die Freiburger Professorenschaft, der hochgestellte Klerus des Erzbistums und wohlhabende Adels- und Bürgerfamilien ließen sich hier Grabstätten anlegen. Kam es zu Friedhofserweiterungen, so mussten Mauerstücke niedergelegt und die dortigen Grabmale herausgenommen werden. Entweder wurden diese in die neuen Mauerstücke versetzt oder frei aufgestellt.
Bei der ersten systematischen Inventarisierung im Jahr 1904 wurden noch 3.460 Grabmale gezählt. Dazu gehörten neben den Steingrabmalen auch schmiede- und gusseiserne Grabmale sowie die hölzernen Kreuze der weniger begüterten Bevölkerungsschichten. Einst in der Mehrzahl, so sind heute nur noch 20 der witterungsanfälligen Holzkreuze vorhanden. Die Inventarisierung Anfang der 1980er Jahre verzeichnete nur noch etwa ein Drittel der Grabstätten. Der Alte Friedhof ist mit rund 1.170 Grabmalen einer der größten und ältesten als Gesamtkomplex erhaltenen Friedhöfe Deutschlands.
(Autorin: Dr. Mona Djabbarpour)


 

Grabstellen auf dem Friedhof

Nr. 1
Steinkreuz vor der St. Michaelskapelle - •

Nr. 2
Vorhalle der St. Michaelskapelle - •

Nr. 3
Mönche St. Peter - •

Nr. 4
Rudolph Montfort 1792 - 1796 •

Nr. 5
Familie Eschger - •

Nr. 6
Carl Wenzeslaus Rodeckher von Rotteck 1775 - 1840 • Universitätsprofessor, Staatswissenschaftler, Historiker, liberaler Politiker

Nr. 7
Georg Carl Staravasnig 1748 - 1792 •

Nr. 8
Andreas Fehrenbach-Hartmann 1787 - 1814 • Kaufmann

Nr. 9
Franz Joseph Sautier 1748 - 1805 • Kaufmann

Nr. 10
Joseph Heinrich Sautier 1746 - 1810 • Jesuit, Gymnasiallehrer, Privatier, Stifter

Nr. 11
Naturdenkmal Alter Friedhof - •

Nr. 12
Johann Christian Wentzinger 1710 - 1797 • Bildhauer, Maler und Architekt

Nr. 13
Georg Riescher 1792 - 1807 •

Nr. 14
Hermann Gottlob Xaver von Greiffenegg-Wolffurt 1773 - 1847 • Diplomat und Offizier

Nr. 15
Caroline Walter 1850 - 1867 •

Nr. 16
Maria Gertrudis Antonia Clementia Colombi y de Bode 1809 - 1863 • Adlige

Nr. 17
Raimund Saumer - 1901 • Bauamtsdiener

Nr. 18
Amalia Kozlowska, geb. von Berg 1811 - 1852 •

Nr. 19
Bartholomä Herder 1774 - 1839 • Verleger und Buchhändler

Nr. 19
Kriegerdenkmal 1871 - •

Nr. 21
André Boniface Louis Riquetti de Mirabeau 1754 - 1792 • Soldat und General

Nr. 22
Barbara Sturm 1735 - 1788 •

Nr. 23
Regina Straumann - 1764 •

Nr. 24
Geminian Wanker 1758 - 1824 • Katholischer Moraltheologe

Nr. 25
Johann Georg Jacobi 1740 - 1814 • Dichter, Publizist, Universitätsprofessor

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