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Worms Heiliger Sand

Die Jüdische Gemeinde zu Worms wurde im 10. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung begründet. Ihr Friedhof, im Volksmund genannt der „Heilige Sand“, stammt aus dem ersten Drittel des 11. Jahrhunderts. Er ist in Europa der älteste in situ erhaltene jüdische Friedhof, über 350 Jahre älter als der berühmte Prager Friedhof. Er liegt im Südwesten der Stadt auf einer Düne, unmittelbar außerhalb der ersten Stadtmauer. Möglicherweise hatte die Düne als Baugrube bei der Errichtung des nahebei gelegenen Doms gedient. Im 14. Jahrhundert wurde der Friedhof von einer zweiten Stadtmauer eingezwängt. Sie wurde nach der Zerstörung der Stadt durch die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 nutzlos. Die Jüdische Gemeinde erwarb daraufhin diesen erhöhten Wall und begrub darauf bis in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts. Die Grabsteine sind mit ihrer Schriftfläche nach Nord-West-Nord ausgerichtet, die Bestatteten liegen also wahrscheinlich in Süd-Ost-Süd-Richtung. Bombardierungen der unmittelbar neben dem Friedhof verlaufenden Bahnlinien Ende 1944 und Frühjahr 1945 haben einige Steine, darunter solche von bekannten Gelehrten, zerstört. Trotz Beschädigungen, Teilzerstörungen und damit nicht genau abschätzbarer Verluste an Grabmalen hat der „Gute Ort“ wie durch ein Wunder insgesamt überlebt.Der Friedhof enthält in seinem unteren alten Teil, in dem auch Steine noch lange nach dem Jahr 1689 aufgestellt wurden, an die 1.300 Grabmale, die Mehrzahl aus dem Mittelalter stammend, was in dieser Fülle absolut einzigartig ist. Auch zeigen die Inschriften das sehr hohe religiös-literarische Niveau dieser alten und stolzen Gemeinde. Viele Inschriften sind stark verwittert, kaum mehr lesbar und zusätzlich durch die Neigung der Grabsteine nach hinten besonders gefährdet. Sie werden nunmehr zum ersten Mal vom Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen vollständig gelesen und wissenschaftlich ediert und kommentiert. Die Arbeiten werden durch die Jüdische Gemeinde Mainz-Worms, die Stadt Worms, das Landesdenkmalamt von Rheinland-Pfalz, private Sponsoren und Spender sowie eine international wirkende jüdische Stiftung ermöglicht.Der Friedhof darf nur auf einem am Rande umlaufenden Weg begangen und das Gräberfeld nicht betreten werden, da es keinerlei Reihen, Abgrenzungen und ähnliche Ordnungen der Moderne gibt! Direkt zugänglich sind also nur diejenigen Steine, die unmittelbar am Wegesrand stehen, so der des MaHaRaM von Rothenburg am Eingang und die Steine des sogenannten Rabbinertals am Südende des Friedhofs, in einer Vertiefung, zu der ein Pfad hinabführt.(Autor: Michael Brocke)

 

Weitere Grabstellen

1

Frau Jochéwed, Tochter des Herrn Élchanan Halévi

2

Rabbiner Meir Sohn des Rabbiners Baruch – genannt MaHaRaM von Rothenburg

3

Alexander, Sohn des Salomo Wimpfen

Adresse & Kontakt

Willy-Brandt-Ring67547 Worms

Jetzt anrufen   Webseite

Anfahrt

vom Hbf. Worms fußläufig in ca. 700 m EntfernungBus 408 / 409 ab Hbf. Worms (Haltestelle Burkhardstraße / Worms Marktplatz)

Öffnungszeiten

Tagsüber geöffnet (außer an jüdischen Feiertagen):Sommerzeit 8-20 UhrWinterzeit 8 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit

Auch als App verfügbar

 

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Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe
in Berlin-Brandenburg

Gefördert aus Mitteln:

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