Die 1713 eingeweihte barocke Sophienkirche an der Großen Hamburger Straße gehört mit ihrem eleganten Turm zu den großen Kostbarkeiten Berlins. Denn nahezu unzerstört haben kaum andere Barockbauten die Zeiten überdauert. Der umgebende Kirchhof ist 1853 geschlossen worden.
Der heutige Sophienfriedhof II an der Bergstraße in Berlin-Mitte hatte einen Vorgänger an der Gartenstraße. Dieser 1798 eröffnete Friedhof wurde 1875 geschlossen und verschwand unter dem Stadtbad Mitte und dem Heinrich-Zille-Park.
1824 erwarb die Sophiengemeinde von Rittergutsbesitzer Wollank ein Grundstück zur Anlage eines 1827 eingeweihten neuen Begräbnisplatzes zwischen Berg- und Ackerstraße. Der Haupteingang lag ursprünglich im Süden. Darauf war das kreuzförmige, mit Alleebäumen konturierte Wegesystem ausgerichtet. Am zentralen Kreuzungspunkt der Hauptwege konnte als Geschenk König Friedrich Wilhelm III. ein Kreuz errichtet werden.
1833 trat die Gemeinde den Haupteingang im Süden an die Stadt Berlin zur Anlage des heutigen Pappelplatzes ab, 1846 erfolgte die vollständige Verlegung des Haupteinganges an die Bergstraße. Das etwa dreieckige Friedhofsgrundstück wird seit 1897 von einer breiten Hauptallee durchzogen, deren südliches Ende der nach Plänen von Rudolph Schröder errichtete, neugotische Kapellenbau markiert. Damit korrespondierte am nördlichen Ende die Kapelle des 1865 gegründeten Lazarus- und Diakonissenhauses.
Heute endet die Allee im Norden an der Mauergedenkstätte, die wiederum Teile des bis 1852 erschlossenen Friedhofsgeländes mit einbezieht. Hier ruhen auch vier Angehörige der evangelisch-jüdischen Familie Jaschkowitz, die 1943 bei einem Bombenangriff getötet worden waren. Ihr gemeinsames Grab stellt eine historische Besonderheit dar. Es ist Ausdruck der Geschichte des Sophienfriedhofs im Nationalsozialismus, der DDR und der „Nachwende-Zeit“ ab 1990. 1993 vereinbarten Gemeinde und Berliner Senat die Einrichtung einer Gedenkstätte, um an diesem Ort den Opfern des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Teilung zu gedenken. Die Fertigstellung erfolgte 2014.
Seit 2009 gehört das Gartendenkmal Sophienfriedhof zum Evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte.
(Autor: Dr. Jörg Kuhn)
S1, S2, S25 bis Nordbahnhof, Tram M8 bis Pappelplatz, Tram M10 bis Gedenkstätte Berliner Mauer, Bus 245 bis Nordbahnhof
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Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe
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