Anfang der 1880er Jahre war ein neuer Friedhof für Düsseldorf unumgänglich geworden. Der ältere kommunale Begräbnisplatz in Golzheim war an seine Grenzen gestoßen und wurde 1887 endgültig geschlossen. Düsseldorf war mit mehr als 100.000 Einwohnern Großstadt geworden, und die Bevölkerungszahl wuchs rasant. Grund war die zunehmende Industrialisierung seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein Ende dieser stürmischen Entwicklung war vorerst nicht abzusehen. Für die Anlage eines neuen Friedhofs wurde im Juli 1882 ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben, den der Gartenarchitekt Eduard Hoppe aus Pankow bei Berlin gegen starke Konkurrenz für sich entscheiden konnte. Am 1. Mai 1884 gab es bereits die erste Beerdigung. Hoppes Grundidee auf anfangs 15 Hektar ist noch heute gut zu erkennen: Von einem zentralen Eingangsbereich aus folgen in einer Süd-Nord-Achse die erst 1887 gebaute Kapelle und, auf einen Hügel ansteigend, der Ort für ein Hochkreuz, das 1905 aufgestellt wurde. Die Grabfelder in Nähe der Kapelle liegen wie in einem barocken, höfischen Garten, der als Grundriss ein Kreuz aufweist. Weiter entfernte Teile ähneln eher einem englischen Landschaftsgarten. Nach zwei Erweiterungen hat der Friedhof heute eine Gesamtfläche von etwa 70 Hektar. Rund 49.000 Grabstätten mit seither ungefähr 220.000 Beisetzungen zählt der Friedhof derzeit. Zwei große Ehrenfelder für die Toten des Ersten und des Zweiten Weltkriegs ergänzen die individuellen Grabstätten. Ehrengrabstätten für bildende Künstler, Schriftsteller, Theatermenschen und Stifter dokumentieren die Kunst- und Kulturgeschichte Düsseldorfs, ergänzt um Ehrungen verdienter Politiker. Nur ein einziges Ehrengrab gilt der Industriegeschichte, obwohl es gerade die Industriellen waren, die Düsseldorf groß, reich und modern gemacht hatten. Aufwändig gestaltete Grabmäler, nicht zuletzt von Düsseldorfer Bildhauern, deren Werke auch im öffentlichen Stadtbild zu bewundern sind, schmücken die Grabstätten. Sie finden sich insbesondere auf dem im Volksmund so genannten „Millionenhügel“ mit den Feldern 60 bis 64 und in den Feldern 70 bis 75.Seit 1922 ist ein jüdischer Friedhof Teil der Gesamtanlage. Er wird von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf in eigener Regie betreut. Dort finden sich unter anderem ein Grabstein von Heinrich Heines Großmutter mütterlicherseits und die Gräber für die Dichterin Rose Ausländer und für den langjährigen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel.(Autor: Wulf Metzmacher)
Straßenbahn Linie 715, 707 Haltestelle: Großmarkt Bus Linie 722, 729, 756, 834 Haltestelle: Nordfriedhof
Der Friedhof ist durchgehend geöffnet
Erläuterungen und Friedhofsplan zum ausdrucken
Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe
in Berlin-Brandenburg
Gefördert aus Mitteln: