Das 1364 erstmals urkundlich erwähnte Dorf Bornstedt erhielt 1580 eine Fachwerkkirche. Der zugehörige Kirchhof für die Bornstedter und Nedlitzer Bewohner existiert seit etwa 1599. Das Dorf Bornstedt wurde 1664 von Kurfürst Friedrich Wilhelm, genannt der Große Kurfürst, für die Krone erworben und dem Amt Potsdam zugewiesen. 1722 wechselte das Dorf in die Zuständigkeit des Großen Militärwaisenhauses in Potsdam, das jedoch über einen eigenen Friedhof verfügte. Zum Einzugsbereich des Bornstedter Friedhofs gehörten aber die Bewohner von Sanssouci. Kirchlich war Bornstedt den Potsdamer Gemeinden angegliedert, zuletzt der Gemeinde der neu errichteten Friedenskirche. Wohlhabende Potsdamer Familien entdeckten den Kirchhof als angemessenen Bestattungsort und ließen, gegen Zahlung erheblicher Gebühren, in und um die Kirche herum Grüfte anlegen. Umbaumaßnahmen am Kirchengebäude führten um 1805 zu weitreichenden Eingriffen in den Gruftbestand. 1841 erwarb König Friedrich Wilhelm IV. Bornstedt vom Amt Potsdam zurück und machte daraus 1844 ein Kronfideikommißgut. 1855 wurde eine neue Kirche errichtet und der 1733 nur im geringen Umfang vergrößerte Kirchhof umfangreich nach Westen erweitert. In die neue Kirche gelangten aus dem abgerissenen Vorgängerbau nur ausgewählte ältere Grabzeichen. 1842 erwarb der Hofgärtner Hermann Sello vom Bauern Rietz ein Stück Gartenland am Kirchhof, um hier bis 1844 einen privaten Familienfriedhof anzulegen. 1860 erhielt Bornstedt eine eigene Pfarrstelle. 1864 wurde der älteste Teil des Friedhofs für Beisetzungen geschlossen. Mit Peter Joseph Lenné und Bauinspektor Christian Heinrich Ziller als Beratern erfolgte auf Weisung durch Kronprinz Friedrich Wilhelm – dem späteren Kaiser Friedrich III. – eine Neugestaltung des alten Friedhofsteils. Das kronprinzliche Paar bewohnte das Krongut seit 1864 regelmäßig und nahm an den Messen teil, was die Attraktivität des Ortes erheblich steigerte. Die Gebühren für auswärtige Bürger beim Erwerb von Grabstätten wurden immer wieder angehoben. Unter Pfarrer Carl Pietschker erfolgte 1879 eine dritte Kirchhofserweiterung, diesmal in Richtung Süden. Reinhold Persius entwarf eine Friedhofskapelle, die, modern erweitert, heute noch besteht. Der 1855 angelegte Kirchhofsteil II erhielt 1884 eine Erweiterung nach Süden bis zur Eichenallee. Eine vierte Erweiterung wurde schon 1892 nötig und 1897 musste der alte Teil um die Kirche für Beisetzungen wieder geöffnet werden. Ein fünfter Erweiterungsbereich konnte zwischen 1904 und 1910 angelegt werden. Die Kriegergedenkstätte neben dem durch Mauern gegliederten Kirchhof wurde von der Stadt Potsdam angelegt, zu der Bornstedt seit 1935 gehört. Seit 1990 wird der Bornstedter Friedhof – der zumindest im älteren Bereich ein Kirchhof ist – kontinuierlich denkmalpflegerisch wieder hergestellt. Seine Attraktivität als bevorzugter Ort der „Letzten Ruhe“ ist ungebrochen. (Autor: Jörg Kuhn)
Ribbeckstraße 42 (Kirche u. Friedhof)Ribbeckstraße 17 (Verwaltung)14469 Potsdam
WebseiteTRAM Linie 92 ab Hbf. Potsdam bis Endhaltestelle Kirschallee, von dort 7 Min. zu Fuß in die Ribbeckstraße.BUS 695, Bushaltestelle "Schloss Sanssouci".PKW: Ausschilderung "Krongut" folgen, öffentl. Parkplatz direkt an der Potsdamer Str. (B 273), dann Richtung Krongut, gegenüber ist der Eingang zum Bornstedter Friedhof.
tgl. 7 Uhr bis Einbruch der DunkelheitAnfrage nach Führungen an Tel.: 0331/5050974 und Tel.: 0331/520 568Leitung: Friedhofsleiterin Jutta Erb-RoggE-Mail: kirche.bornstedt@evkirchepotsdam.de
Erläuterungen und Friedhofsplan zum ausdrucken
Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe
in Berlin-Brandenburg
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