Der Begräbnisplatz der Katholischen St. Hedwigs-Gemeinde wurde 1834 geweiht. Er löste den ersten Gemeindefriedhof am Oranienburger Tor ab, dessen Gelände im 20. Jahrhundert mit Mietshäusern bebaut wurde. Der Domfriedhof der St. Hedwigs-Gemeinde war der erste von später vier Friedhöfen an der Liesenstraße. Neben dem von St. Hedwig hatten die Französisch-Reformierte, die Dorotheenstädtische und die Evangelische Dom-Gemeinde hier ihre Begräbnisplätze.Bereits 1842 kaufte die St. Hedwigs-Gemeinde vom Gastwirt Liesen zwei weitere Grundstücke hinzu, um die Belegungsfläche des Domfriedhofs zu vergrößern. Der Friedhof hatte nun eine Größe von etwas über zwei Hektar. Seine Grenzen bildeten im Norden die Liesenstraße, im Osten die 1843 eröffnete Stettiner Eisenbahn sowie im Südwesten die Friedhöfe der Französisch-Reformierten Gemeinde und der Evangelischen Domgemeinde.In der Nordhälfte des dreieckigen Friedhofsgeländes der St. Hedwigs-Gemeinde wurde 1866/67 im Bereich der Hauptachse die St. Annen-Kapelle als Klinkerbau errichtet. Die Trauerkapelle mit dem der italienischen Renaissance nachempfundenen Schmuck aus Terrakottaformsteinen wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt und verfiel in den Folgejahrzehnten immer mehr. Ab 1987 konnte die St. Annen-Kapelle schrittweise originalgetreu wiederherstellt werden.Mit dem Mauerbau im Jahr 1961 wurde die Friedhofsgrenze an der Liesenstraße nicht nur zur Grenze zwischen den Bezirken Mitte und Wedding, sondern zu einer nur unter Todesgefahr zu überwindenden Staatsgrenze und musste um etwa 40 Meter zurückverlegt werden. Im Bereich des neu geschaffenen Todesstreifens wurde der ehemalige Haupteingang des St. Hedwigs-Friedhofs, einschließlich Klinkermauern, schmiedeeiserner Gitter sowie zahlreicher kunst- und kulturgeschichtlich wertvoller Erbbegräbnisse eingeebnet. Nur ganz wenige historische Grabzeichen wurden geborgen und versetzt. 1967 wurde beim Bau der sogenannten Hinterlandmauer ein weiterer Teil des Friedhofs beräumt, so dass am Ende nur noch ein kläglicher Rest von 1,37 Hektar Friedhofsgelände übrig blieb. Weitere Abräumungen von Grabstellen fanden 1984/85 statt. Allgemein zugänglich war der Friedhof wieder seit April 1986.Mit der Wende 1989 bemühte sich die Gemeinde um die Rückübertragung verloren gegangenen Friedhofsgeländes. Leider waren die ersten Nach-Wende-Jahre durch erheblichen Vandalismus und Diebstahl wertvoller Grabmalplastiken gekennzeichnet. Erst mit der Wiederherstellung der Einfriedungsmauer an der Liesenstraße und der Errichtung einer provisorischen Abgrenzung entlang der ebenerdigen Außenmauer zum Bahngelände konnte wieder eine nächtliche Schließung des Friedhofs erfolgen und diesem unheilvollen Treiben Einhalt geboten werden.(Autor: Klaus-Henning von Krosigk)
U-Bahnhof Schwarzkopffstraße (U 6)
Sommer: täglich 8.00 Uhr-18.00 Uhr
Winter: täglich 9.00 Uhr-17.00 Uhr
Erläuterungen und Friedhofsplan zum ausdrucken
Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe
in Berlin-Brandenburg
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