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Stahnsdorf Südwestkirchhof

Der Südwestkirchof Stahnsdorf war mit dem nie eröffneten Nordfriedhof bei Mühlenbeck und dem nur teilweise in Gebrauch genommenen Nordostfriedhof Ahrensfelde die Antwort auf drängende Fragen zur Versorgung mit ausreichenden Bestattungsflächen, die durch das rasante Wachstum Berlins im 19. und frühen 20. Jahrhundert aufgeworfen werden mussten. Der größte Träger konfessioneller Begräbnisplätze in Berlin, die Ev. Kirche, schuf sich mit dem 1895 initiierten Ev. Stadtsynodalverband eine potente Wirtschaftsverwaltung. 1906 wurde ein Gestaltungswettbewerb für alle drei Standorte ausgelobt, den der Gartenarchitekt Louis Meyer und der Architekt Gustav Werner gewannen. Der Synodalverband erwarb 1902 für etwa 1 Million Mark rund 160 Hektar zu Stahnsdorf gehörendes Gemeindeland. Das Gelände wurde nach Plänen Meyers für 21 Kirchengemeinden des Berliner Westens und Südwestens und die Kommunen Schöneberg und Charlottenburg so vorbereitet, dass jede Gemeinde ihren eigenen, „Block“ genannten Bereich erhielt. Ein geschwungen und ringförmig geführter zentraler Weg von zwei Kilometern Länge stellt die Hauptverbindung dar. Ungeheure Mengen an Bäumen, Sträuchern und Stauden wurden herangeschafft, um dem Gelände den Charakter eines Waldfriedhofs zu geben. Passend dazu entwarf Werner die Nutz- und Wohnbauten in naturnahen Materialen und Formen. 1911 war die Trauerkapelle in Gestalt einer norwegischen Stabholzkirche fertig, ausgestattet mit modernster Technik. Am 28. März 1909 fand die Eröffnung des Friedhofs statt. 1913 wurde der S-Bahnhof Stahnsdorf-Friedhof in Betrieb genommen. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen Sonderflächen für die Kriegsopfer hinzu, darunter der englische und der italienische Ehrenfriedhof. In den 1920er Jahren wurden Urnenhaine angelegt, da die Feuerbestattung immer mehr Anhänger fand. 1924 konnte das große Christusrelief aufgestellt, 1930 das  expressionistische Verwaltungsgebäude errichtet werden. 1938/39 mussten im Zuge der „Germania“-Stadtplanungen Albert Speers für Berlin hunderte Grabstätten mit ihren Denkmälern von Schöneberger Friedhöfen auf den Südwestkirchhof überführt werden. Der Mauerbau 1961 führte zur Kappung des S-Bahnverkehrs. Beisetzungen aus Berlin (West) wurden erschwert oder sogar unmöglich gemacht. Die Pflege des riesigen Areals leisteten nur noch wenige Mitarbeiter. Der Friedhof verwilderte zunehmend. Nach der politischen Wende von 1989 konnten zahlreiche Wiederherstellungsmaßnahmen durchgeführt werden. Ein Förderverein wurde gegründet. Die Idee des Friedwaldes konnte erfolgreich umgesetzt werden. Der Friedhof als Traditionsträger ist gleichzeitig modernen Entwicklungen gegenüber offen. So war es 1909 auch gedacht.(Autor: Jörg Kuhn)

 

Dichter + Denker

5

Carl Ludwig SchleichChirurg, Schriftsteller, Philosoph, Geheimrat

14

Hugo ConwentzBotaniker, Museumsdirektor, Schriftsteller

Künstler

4

Karl Ludwig ManzelBildhauer, Maler, Graphiker

7

Gustav KadelburgSchauspieler, Lustspieldichter, Schriftsteller

11

Lovis CorinthMaler, Graphiker

Mediziner

13

Philipp Wilhelm Adolf BastianArzt, Ethnologe, Museumsdirektor

Militärs

3

Alexander Heinrich Rudolph von KluckMilitär, Generaloberst

Musiker

6

Engelbert HumperdinckKomponist

29

Hugo DistlerProfessor, Komponist, Hochschullehrer

Politiker

1

Ernst GennatKriminalist, Beamter der Kriminalpolizei

17

Rudolf BreitscheidNationalökonom, Politiker, Mitglied des Reichstages

Unternehmer

9

Ernst Werner von SiemensErfinder, Industrieller

10

Hermann Otto Julius WissingerKaufmann, Saatguthändler

19

Johann Ludwig Gustav LangenscheidtSprachlehrer, Verlagsbuchhändler

Wissenschaftler & Entdecker

12

Max JordanHistoriker, Kunsthistoriker, Museumsleiter

25

Emil KrebsJurist, Diplomat, Sprachforscher, Dolmetscher

Weitere Grabstellen

2

Edmund RumplerFlugzeug- und Automobilkonstrukteur

8

Friedrich Wilhelm MurnauStummfilmregisseur

16

Elisabeth Baronin von ArdenneKrankenpflegerin

Adresse & Kontakt

Bahnhofstraße 214532 Stahnsdorf

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Anfahrt

Pkw: von Potsdam bzw. Teltow über Potsdamer Chaussee.Bus 623 ab S-Bhf. Berlin-Zehlendorf Richtung Güterfelde. Buslinien X1, 601 oder 602 ab Potsdam bzw. Teltow (S-Bhf. Teltow), Haltestelle "Stahnsdorf-Bahnhofstraße", Fußweg ca. 100 Meter

Öffnungszeiten

1. April bis 30. Sept.: 7 - 20 Uhr1. Okt. bis 31. Okt.: 7 - 18 Uhr1. Nov. bis 28. Febr.: 8 - 17 Uhr1. März bis 31. März: 7 - 18 Uhr

Informationsmaterial

Erläuterungen und Friedhofsplan zum ausdrucken

Auch als App verfügbar

 

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Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe
in Berlin-Brandenburg

Gefördert aus Mitteln:

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