Der Ohlsdorfer Friedhof gilt mit seinen 391 Hektar – das ist ungefähr die Größe von 800 Fußballfeldern – als der größte Begräbnisort und zugleich als größter Parkfriedhof der Welt.Als er 1877 eröffnet wurde, erhielt hier zum ersten Mal in Hamburg jeder Tote seine eigene Grabstelle. Auf den alten Friedhöfen war bis dahin für die Armen immer eine Grube geöffnet gewesen, die mit Brettern abgedeckt und erst nach der Beisetzung von bis zu fünfzehn Toten mit Erde geschlossen worden war. Außerdem stand der Ohlsdorfer Friedhof den Angehörigen aller Konfessionen offen, während man zuvor streng nach dem Glaubensbekenntnis beerdigt hatte. Noch heute kann hier jeder, der es wünscht, ein Grab erwerben.Anfangs wurden in Ohlsdorf nur die Armen beerdigt. Wer es sich leisten konnte, behielt sein Grab auf kirchlichen Friedhöfen in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadt. Ohlsdorf lag damals noch weit draußen im Grünen. Beliebter wurde der Friedhof erst zwanzig Jahre nach seiner Eröffnung, als die alten Friedhöfe geschlossen wurden. Zu diesem Zeitpunkt war die landschaftlich gestaltete Anlage mit geschwungenen Teichen und parkartigen Partien zu einem großen Teil fertiggestellt. Nach dem Vorbild amerikanischer Parkfriedhöfe wies der erste Friedhofsdirektor Wilhelm Cordes den großen Familiengräbern eigene Plätze im Waldteil an. Diese Grabstätten bildeten kleine Privatfriedhöfe mit aufwändigen Grabmalen.Die neue Friedhofsanlage wurde bald über Hamburgs Grenzen hinaus berühmt. Eine Reihe anderer Städte ahmte sie nach. Auf der Pariser Weltausstellung von 1900 erhielt der Ohlsdorfer Friedhof sogar einen Grand Prix.Als nach dem Ersten Weltkrieg der Friedhof erweitert und damit in seiner Größe fast verdoppelt wurde, war der landschaftliche Stil nicht mehr en vogue. Der Garten- und Friedhofsdirektor Otto Linne schuf eine gartenarchitektonisch gestaltete Anlage mit streng geometrischen Formen. Im Rahmen der Friedhofsreformbewegung nahm Linne auch Einfluss auf die Grabmalgestaltung. Er orientierte sich an der Idee der sozialen Gleichheit und vereinheitlichte die Grabstätten in neuen Grabquartieren, deren Reihen durch wandartige Hecken getrennt wurden.Heute hat die Natur die künstlerische Gestaltung weitgehend verwischt. Immerhin gedeihen auf dem Friedhof annähernd 500 Gehölzarten. Und die Rhododendronblüte Anfang Juni verzaubert ihn in ein wahres Blütenmeer. Trotz aller Schönheit sollte man bei einem Besuch des Ohlsdorfer Friedhofs aber nicht vergessen, dass er zwar ein Park, aber auch ein Ort der Trauer, des Abschiednehmens, der Erinnerung und der stillen Einkehr ist.(Autorin: Barbara Leisner)
Von allen drei Fernbahnhöfen Hamburgs (Altona, Dammtor, Hauptbahnhof) fährt die S-Bahn-Linie S 11 in Richtung Ohlsdorf. Vom Hauptbahnhof fährt zusätzlich die S 1 sowie die U-Bahn-Linie U 1 den S und U-Bahnhof Ohlsdorf an.
Friedhof OhlsdorfApril-Okt. 8:00 - 21:00 UhrNov.-März 8:00 - 18:00 UhrJüdischer Friedhof Ohlsdorf Öffnungszeiten:Montag-Freitag 8:00 - 16:00 UhrSonntag 10:00 - 16:00 UhrSamstag und an jüdischen Feiertagen geschlossenMänner sollten auf jeden Fall eine Kopfbedeckung tragen, um die Würde der Verstorbenen nicht zu verletzen.
Erläuterungen und Friedhofsplan zum ausdrucken
Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe
in Berlin-Brandenburg
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