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Dessau Friedhof III

Als Mitte der 1880er Jahre die Vollbelegung des nicht erweiterungsfähigen Friedhofs II abzusehen war, beschloss die Stadt Dessau, einen neuen, großen Friedhof für alle Konfessionen anzulegen. Sie wählte hierfür eine zur Meiereibreite gehörende, in städtischem Besitz befindliche Ackerfläche an der Leipziger Chaussee. Das Areal umfasste rund 20 Hektar, während der Friedhof II nur 3 Hektar und der alte Friedhof I ungefähr 5,75 Hektar maßen.
Im September 1888 war Baubeginn für das neue Friedhofsgebäude, ein dreiflügeliger Klinkerbau mit erhöhtem Mittelteil und zurückgesetztem Eingang. Die Pläne stammten von Stadtbaurat Paul Engel, dem Dessau auch den neuen Wasserturm und die ehemalige Schlachthofanlage im Norden der Stadt verdankt. Die Bauleitung übertrug man dem Architekten Schreber, der sich beim Bau des Erbprinzenpalais an der Kavalierstraße bewährt hatte.
Das Friedhofsgebäude enthielt eine 100 Personen fassende Kapelle, eine Leichenhalle mit Raum für die Aufbahrung von acht Verstorbenen und anfänglich die Wohnung für den Friedhofsaufseher, den späteren Friedhofsinspektor.
An der Rückseite des Baus lässt eine gusseiserne Glocken-Aufhängung vermuten, dass die Verstorbenen mit Glockengeläut zum Grab begleitet werden sollten. Ob eine Glocke vorhanden war, ist nicht bekannt. Oberhalb der Apsis-Außenseite befindet sich eine Blendnische mit einem pultartigen Sockel. Ob darauf jemals eine Plastik stand, ist bislang nicht nachweisbar.
Von der schmiedeeisernen Einfassung entlang der Heidestraße, die seinerzeit von der Dessauer Firma Carl Köckert gefertigt wurde, ist heute nur noch das restaurierte historische Eingangstor erhalten, und es lässt die ehemalige Schönheit der Einfassung erahnen.
Im Süden des Friedhofsgebäudes liegt ein im gleichen Baustil errichtetes Wirtschaftsgebäude. Es enthielt einst eine Toilettenanlage für die Friedhofsbesucher.
Die am 1. Oktober 1889 eingeweihte Friedhofsanlage entwarf und gestaltete der Köthener Garteninspektor August Hooff. Sie teilt sich in über 50 Quartiere bei einer Gesamtgröße von ca. 19 ha. Bislang fanden hier ca. 70.000 Dessauer ihre letzte Ruhestätte.
(Autor: Hans-Joachim Mellies)

 

Architekten

1

Paul EngelArchitekt

10

Georg BoettgerBaubeamter

15

Carl FiegerArchitekt

Dichter + Denker

14

Emil WeyheGeheimer Hofrat, Autor

24

Hans HarksenStadtkämmerer, Stadtarchivar, regionalgeschichtlicher Publizist

Künstler

7

Emanuel SemperBildhauer

8

Max KornKunstmaler

12

Siegmund KraußOpernsänger

Mediziner

3

Heinrich MohsArzt, Geheimer Sanitätsrat, Ehrenbürger

Militärs

25

Oswald BoelckeMilitär, Jagdflieger

Musiker

2

August KlughardtKomponist, Dirigent, Hofkapellmeister

13

Richard BartmußHoforganist und Komponist

Unternehmer

4

Joseph August Heinrich SeilerKaufmann, Geheimer Kommerzienrat

5

Carl Heinrich DünnhauptDruckereibesitzer, Verleger

6

Richard PaschenGründer und Direktor einer Orthopädisch-gymnastischen Heilanstalt

Weitere Grabstellen

11

Kurt MüllerAnhaltischer Staatsminister, Geheimer Oberregierungsrat

17

Gemeinschaftsanlage der BAMAG-Opfer

18

Ehrenhain für Verfolgte des Nazi-Regimes (VdN) / Ehrenanlage sowjetische Kriegsopfer

Adresse & Kontakt

Heidestraße 124
06842 Dessau-Roßlau

Jetzt anrufen   Webseite

Anfahrt

Von Hauptbahnhof Dessau: Tram Linie 1 (Richtung Tempelhofer Straße) bis Haltestelle Friedhof III

Öffnungszeiten

Der Friedhof ist durchgehend geöffnet

Informationsmaterial

Erläuterungen und Friedhofsplan zum ausdrucken

Auch als App verfügbar

 

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Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe
in Berlin-Brandenburg

Gefördert aus Mitteln:

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